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Palästina · 1909-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 175

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 7-8
Article
Erklärung
Date
1909-01-01
Page
Seite 175 (sequence 2)
Language
German
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an Ort und Stelle kennt. Hat doch aus denselben Erwägungen heraus auch der Chacham Baschi in Konstantinopel neuerdings verfügt, dass sämtliche Berichte und Eingaben an ihn, um die Vielsprachigkeit zu vermeiden, in hebräischer Sprache abgefasst sein sollen. Bei der Auswahl der Lehrer und Lehrerinnen wird der Hilfsverein ausschliesslich davon geleitet, Persönlichkeiten anzustellen, deren religiöser und sittlicher Lebenswandel zu keinen Bedenken Anlass gibt, und deren pädagogische Fähigkeiten dem ihnen anzuvertrauenden Amte ent. sprechen. Der Hilfsverein hat mit seinem Lehrpersonal die besten Er. fahrungen gemacht, und es ist ihm nie bekannt geworden, dass seine Lehrer und Lehrerinnen die vom Hilfsverein aufgestellten Grundsätze für die Erziehung und den Unterricht nicht innehalten. Wir haben den Ausführungen des angesehenen Hilfsvereins nicht viel hinzuzufügen, lediglich ein schöner Satz des Herrn Goldberger verdient dem Gedächtnis erhalten zu werden: „W enn die Alliance den hebräischen Unterricht in Palästina erweitert hat, wenn der Unterricht selbst in he. bräischer Sprache erteilt wird, und wenn das den Wünschen der Zio. nisten entspricht, so ist die Alliance doch nicht einen Schritt weitergegangen und verharrt dabei, ihren Anstalten in der Türkei den jüdischen und ottomanischen Charakter zu bewahren." NB.! Die von Prof. Lohr angezogenen Schulen französisch, nationalen Charakters, waren bekanntlich Alliance.Schulen älterer Ordnung. Vor zwei Monaten verwahrte sich derselbe Herr Goldberger gegen jüdisches Volkstum, während er heute schon die jüdische Volks. spräche, das beste Volkserziehungsmittel propagiert. (Siehe S. 153) —>S*c*Sk— Prof Dr. M. Blankenborn, Berlin-Charlottenburg. Eine seismologische Station in Palästina? eit den letzten Erdbeben in Palästina im Jahre 1903 tauchte der Gedanke der Gründung einer ständigen seismologischen Station auf Palästinas Boden womöglich in Verbindung mit einer grösseren meteorologischen Station I. oder II. Ordnung auf.1) Dieser Gedanke nahm im Laufe der Zeit allmählich festere Gestaltung an. Der Plan geht dahin, einen Seismometer modernster Konstruktion aus Deutschland nach Palästina zu schaffen und dort auf geeignetem Platze durch einen jungen, auf einem deutschen seismologischen oder geophysikalischen Institute wohl ausgebildeten Fachmann in vorschriftsmässiger Weise aufstellen zu lassen, Der betreffende Gelehrte soll dann eine Zeit lang (V2 bis 1 Jahr) an Ort und Stelle alle zur Bedienung und Beobachtung des bezw. der Apparate nötigen Arbeiten ver- *) Vgl. meinen Aufsatz: „Ueber die letzten Erdbeben in Palästina und die Erforschung etwaiger künftiger" in ZDPV XXVIII 1905 S. 206. 175

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