Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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auch Juden von Europa die Bäder besuchen werden, die den Bädern von Aachen in der Heilwirkung ebenbürtig sein sollen. Die Bäder liegen landschaftlich sehr reizvoll und sind mit der Bahn von Haifa aus in 4—5 Stunden zu erreichen. C h. N. B i a 1 i k, der Begründer der jüdischen Nationalbibliothek, in Jerusalem, weilt in Palästina und wird von der gesamten jüdischen Bevölkerung mit grosser Begeisterung gefeiert. Ueberall wird dem tiefempfundenen Wunsche Ausdruck gegeben, den grossen jüdischen National, dichter dauernd in Palästina zu wissen und von ihm Lieder des Wiederl. erwachens seines Volkes zu vernehmen. VERSCHIEDENES Während der Fellache sein Land noch ganz in derselben Weise und mit denselben Geräten bebaut/ wie zur Zeit der Pharaonen, begegnet man in den deutschen und jüdischen Siedlungen, wie sie namentlich in der Gegend von Jaffa und Jerusalem zu finden sind, einer verhältnismässig schon recht vorgeschrittenen Bodenkultur. Die .Siedler benützen moderne Pflüge, die allerdings nicht in allen Stücken den fast lediglich aus Holz gearbeiteten Pflügen der Fellachen überlegen sind. Der Fellache baut fast nur Gerste, während die Eingewanderten den Getreidebau auf den eigenen Bedarf beschränken und im übrigen für den Verkauf arbeiten, die Deutschen durch Viehzucht, die Juden (durch Plantagenwirtschaft. Die Deutschen widmen sich neuerdings auch der von den Juden eingeführten Orangenkultur, die sich gut bewährt, - besser als der anfänglich in den Plantagen ausschliesslich betriebene Weinbau. Die Zeitschrift „Kindergarten'1, Zeitschrift für entwickelnde Erziehung in Familie, Kindergarten und Schule, bringt einen anschaulichen Bericht über die hebräischen Kindergärten in Palästina. Die Friedrich Fröbelsche Methode zeitigt ausgezeichnete Erfolge. Für ein jüdisches Volkshaus, das in einer der jüdischen Kolonien zu Ehren des verstorbenen Dr. Leo Kohan errichtet werden soll, sind Beiträge de*n Schatzmeister des jüdischen Nationalfonds für Deutschland, Hern: Max Wollsteiner, Berlin, Charlottenburg, Sybelstrasse 50, zu überweisen. Quittung erfolgt im allgem. Spendenausweis der ,,Jüd. Rundschau." Die Boykottierung österreichisch-ungarischen Zuckers in der Türkei ist für den russischen Zucker von besonderem Vorteil gewesen und hat dessen Einfuhr in das osmanische Reich bedeutend gesteigert. Es hat sogar den Anschein, als ob sich die russische Ware dort völlig einbürgern würde. Ein Bericht des Zentralblattes für die Zuckerindustrie in Magdeburg führt aus, dass türkische Kaufleute mit russischen Fabrikanten Verträge auf drei Jahre abgeschlossen haben sollen. 125