Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Galiläa [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorzug des Getreidebaues vor der Baumpflanzung darzutun und ein gesundes Getreidearbeiterelement heranzubilden. Das Programm dieser Organisation basiert auf folgenden Prinzipien: i. Unter den zur Erreichung unseres Zieles notwendigen Arbeiten muss die Landwirtschaft den ersten Platz einnehmen, da der Boden die Grundlage jedes Gemeinwesens ist. 2. Vion den beiden landwirtschaftlichen Arten: Gartenkultur und Getreidekultur, ist letztere vorzuziehen, denn: a) die Getreidekultur bringt uns das lebendige Inventar und liefert die wichtigsten Produkte, welche die wirtschaftliche Grundlage jedes Volkes und jedes Landes sind; b) die Getreidekultur ist ein wichtiges Mittel zur Besitzergreifung eines Landes: bei Pflanzungen genügen 40—50 Dunam Erde für eine Familie, während bei Getreidebau 250—300 Dunam nötig sind; c) die Getreidekultur ist weniger angewiesen auf den Weltmarkt und hat deshalb von einer allge. gemeinen Krisis weniger zu fürchten; d) der Getreidebau erleichtert Menschen mit kleinerem Vermögen die Existenz, weil der Boden schon im ersten Jahre Einnahmen bringt; e) bei Getreidebau fühlen sich die Kolonisten mehr an die Scholle gebunden, sind nicht geneigt zur Emigration und verbleiben im Lande als gute Kräfte für unsere Zukunft. Des weiteren hebt das Programm die Wichtigkeit eines gesunden Bauernstandes in Palästina hervor, der aber durch die Gartenkultur mit ihrem ^kapitalistischen Charakter" nicht herangebildet werden könne. HANDEL UND VERKEHR 1 Nach dem französischen Konsularbericht über Palästina für das Jahr 1907/08 sind von den in den Jahren 1906—1908 nach Jaffa und Jerusalem eingewanderten Juden u. a. in Jaffa 19 Aerzte, 9 Apotheker und Apo. thekergehilfen, 11 Agronome, Ingenieure und Chemiker, 43 Lehrer und Lehrerinnen, 119 Händler und Ladenbesitzer, 58 Tischler, 53 Schuhmacher, 27 Hoteliers, 76 Journalisten u. a. m.; in Jerusalem 25 Lehrer, Lehrerinnen und Kindermädchen, 8 Hebammen, 4 Ingenieure und Architekten, 38 Ladenbesitzer und Kolporteure, 54 Schneider und Schneiderinnen, 49 Schuhmacher und Strumpfwirker etc. i Die heissen Schwefelquellen bei Tiber i a s, die wegen ihrer grossen Heilwirkung bei Rheumatismus und Hautleiden seit dem Altertum berühmt sind, und in jedem Jahr von vielen Tausenden aus Syrien und Palästina besucht werden, sind in diesem Jahr auf die Initiative des Palästina r_ Industrie-Syndikats von Juden aus Tiberias gepachtet worden. Es wird dafür Sorge getragen werden, dass die Bäder, die unter dem bisherigen arabischen Pächter für europäische Ansprüche an Sauberkeit und Bequemlichkeit fast alles zu wünschen übrig liessen, in einen besseren Zustand kommen und allen Ansprüchen an Reinlichkeit und Bequemlichkeit genügen. Es ist zu hoffen, dass hierdurch nicht nur die Juden in Palästina und Syrien in verstärktem Masse von der Heilkraft der Bäder .Gebrauch machen, sondern dass 124