Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die deutsche Kolonie Haifa in Palästina
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 2)
- Language
- German
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Deutschen, hat sich der Wohlstand unserer Stadt in materieller und moralischer Hinsicht gehoben, und eben denselben Deutschen verdanken wir es, wenn wir einer glänzenden Zukunft entgegensehen." Diese Anerkennung hat die Kolonisten Haifas für manche bitteren Stunden in der Vergangenheit entschädigen müssen! 1885 zählte die Kolonie insgesamt 450 Seelen. Davon waren 370 Templer. Die Zahl der Todesfälle betrug 1881: 4 Erwachsene und 5 Kinder, 1882: 3 Erwachsene und 4 Kinder, 1883: 4 Erwachsene und 4 Kinder, 1884: 3 Erwachsene und 2 Kinder, 1885: 2 Erwachsene und 1 Kind. Geboren wurden 1883: 12, 1885: 10 Kinder. Für die übrigen Jahre fehlen die Daten. Ehen wurden eingesegnet: 1883: 4, 1884 und 1885 je 3 gegen 12 im Jahre 1875 und 7 im Jahre 1876. An Vereinen fanden sich 1886 auf der Kolonie: ein Jungfrauenverein, ein Männerverein, dazu noch verschiedene Musik- und Gesangvereine. Besonders die Musik ist in Haifa immer ein Gegenstand regster Pflege gewesen. Seit Mitte der 80er Jahre begann sich die wirtschaftliche Lage der Kolonie stetig zu bessern. Handel und Gewerbe nahmen zu. Die Stadt Haifa fing an, dem benachbarten Akka den Rang abzulaufen. Von jetzt ab floss auch das Leben der Ansiedler in glücklicheren Bahnen. Der Weinbau begann seine Früchte zu tragen, Missernten stellten sich seltener ein. Ein Fahrgeschäft nach Nazareth, von den Bauern getrieben, brachte manchen Piaster ins Haus. Deutsche Baumeister und Ingenieure fanden in Nazareth, Akka und in der ganzen Umgegend reichlicher Beschäftigung. Eine Fahrstrasse nach Nazareth wurde von den Kolonisten selbständig gebaut. Linterstützung gab es hiebei seitens der Regierung nicht, dagegen reichlich Schwierigkeiten. Der Karmelstreit war unterdessen über das Appelationsgericht in Damascus vor den Stambuler Kassationshof gekommen. Dia er mehr Unkosten verschlungen hatte, als das Streitobjekt wert war, wurde zwischen Kolonisten und Franziskanern ein Vergleich geschlossen. Nach ihm gab das Kloster um 8000 Frcs. das ganze Terrain an und auf dem Karmelrücken, durch welches der Weg zu dem Besitz der Deutschen führen sollte, an letztere ab. 180 Morgen für 8000 Frcs., das war nicht allzu teuer bezahlt. Doch handelte es sich fast ausschliesslich um felsiges Gebiet. Man musste es erst hfer1richten und bepflanzen. Und das war keine leichte Sache. 1887 war die Kolonie von 231 Templern und 160 evangelischen Ansiedlern bewohnt. Das darauffolgende Jahr von 265 Templern und 169 Evangelischen. 1890 war das beiderseitige Verhältnis 314:140. Gestorben sind HO