Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Kolonien : Petach-Tikwah [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Kolonisten in Petach-.Ti.kwah haben sich übrigens auch nach, anderen ^Märkten als England umgesehen. Versuchsweise wurden in diesem Jahre auch einige Orangenkisten nach Deutschland, Konstantinop'el unid, Australien geschickt. In Deutschland haben sie allerdings einen kleinen Verlust zu verzeichnen, während in Australien sehr hohe Preise erzielt wurden. Das Resultat der Konstantinopler Sendung ist noch nicht bekannt. Ais ein vielversprechendes Absatzgebiet kann für die Zukunft Egypten gelten, wenn die Regierung auf den ihr vorliegenden Plan eingeht, und der Bahnbau nach Egypten ausgeführt wird. Verkehr. In Galiläa sind im Laufe dieses Winters mehr als 100 jüdische Arbeiter hinzugekommen. — Die Sefardim Palästinas haben einen Verein zur geistigen und materiellen /Förderung der jüdischen Emigration gegründet. („Weahawta le-reacha"). — Präsident Roosev e 11 wird auf seiner Palästinareise (Mai, Juni) auch einige jüdische Kolonien besuchen. — Dieser Tage fuhren u. a. Gurewitsch-Moskan, J. Goldberg-Wilna^ A. Idelsohn-Petersiburg, Friedland-Moskau, (alle Mitglieder des Actions-Oomites) zum Zweck der Besichtigung des Landes und des Erwerbs von Grund und Boden für sich selbst nach Palästina. Ausserdem reiste Dr. med. Eli Auerbach^Berlin besuchsweise nach Palästina, ebenso Dr. Korkis-Lembcrg und einige bekannte jüdische Persönlichkeiten. Kulturelles. Der Verein „Oelbauraspende" erlässt einen dringenden Aufruf zur Unterstützung seiner palästinensischen Pflanzungen. — In Königsberg gründete sich auf Anregung des Herrn Davis Trietsch ein „Komite zur Förderun g von Frauenarbeit in Paläs tina", das die Spitzen- Hausindustrie dort verbreiten will. — Landwirtschaftliche Schule. Mit Hilfe des deutschen 'Reichs/und womöglich der türkischen Regierung tyjrd die Errichtung einer landwirtschaftlichen Schule für Deutsche geplant. — Es hat sich in jünster Zeit eine „Vereinigung jüdischer Akademiker" in Palästina gegründet, die sich die Hebung' der jüdischen Kultur in Palästina zur Aufgabe gestellt hat: Die Vereinigung wurde in jüdisch-akademischen Kreisen freudig begrüsst, was schon aus1 den zahlreichen Beitrittserklärungen hervorging. Das Präsidium besteht aus den Herren Dr. Erlanger, Dr. Rothenberg, Dr. Schapira und Dr. Wiesel. — ALLERLEI Herr Georg Hepner, Heidelberg, macht uns darauf aufmerksam, . dass „die Erforschung des Toten Meeres" im Februarheft S. 53 f. einiger Richtigstellungen bedarf. Die Namen Lortet und Vagute sollen Lartet und de Voque heissen. Ausserdem sei betont, dass unsere Kenntnis der Jordandepression heute hauptsächlich auf Arbeiten von Prof. Blankenborn, Charlottenburg, beruht. . Das Tote Meer verdankt seine Entstehung nicht einer „tiefen; Einsenkung", sondern einem sogegenannten Grabenbruch; die Höhe seines Spiegels ist abhängig von dem 101