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Palästina · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension] / M. M.
Date
1909-01-01
Page
Seite 80 (sequence 2)
Language
German
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Wir lassen einige für dies Buch charakteristische und auch sonst wissenswerte Sätze des „Reiseberichts" folgen: Das Gebiet um Beirut, ist definitiv in fremde Hände übergegangen (S. 14). Das Karmelgebirge, echt jüdischer Boden, ist Eigentum einer Macht, die es nicht loslassen wird (S. 22). Die Ebene Jesreel in Galiläa gehört einem Manne aus Beirut, einem Christen (S. 23). Die Chalakah gereicht dem Lande und den Leuten nicht zum Segen, sie liegt den Leuten in den Gliedern und lähmt sie (S. 33). Der Boden in und um Jaffa ist kein jüdisches Eigentum und Jaffa ist ein Hafen der Zukunft (S. 39). Weshalb um des Himmels Willen schickt die Alliance die ausgelernten Kolonisten nach Kanada oder anderswohin? Und weshalb gibt die Alliance Unterstützungen an Leute, die vom Landbau nichts verstehen und in Palästina kolonisieren? Die Schüler der Ackerbauschule werden aus den sonstigen Schulen der Alliance rekrutiert. Aber weshalb wird nicht auch Rücksicht darauf genommen, ob der Schüler zum Ackerbau geeignet ist? (S. 43) Judäa! Kann es ein jüdischeres Land geben! Und es gehört nicht den Judäern! (S. 49.) Migdal David in Jerusalem, eine türkische Festung! (S. 50.) Die Juden schleppen das Elend mit sich, sie bringen den Golus nach Erez Israel (S. 67). Die Juden können das Land nicht bebauen, weil sie nicht zu Bauern erzogen sind (S. 76). Das Grab Rachels ist die einzige Stätte von grosser historischer Bedeutung, die jüdisches Eigentum ist (S. $2). Der Jordan führt täglich 6l/2 Millionein Tonnen Wasser dem Toten Meer zu. Welch ein Paradies könnte das Jordantal werden, wenn das Wasser dazu benützt würde, das Land gehörig zu bewässern, anstatt es ins Tote Meer füessen zu 1 .ssen (S. 90). Prof. Schätz über Palästina: Leider fehlen hier die richtigen Männer auf der richtigen Stelle, wirklich anständige, vertrauenswürdige, fähige .Männer. Die Leitung vieler nützlicher Institutionen wird Unrichtigen übergeben, weil keine anderen da sind. Wer am meisten Kultur ins Land bringen wird, der wird das Land erobern (S. 101). Palästina ist in manchen Gegenden wüst und an vielen Orten mit Steinen übersät, welche sorgfältigaufgelesen und beiseite geschafft werden müssen, bevor man den Boden zu bebauen beginnt (S. 111). Die Alliance-Schulen haben den grossen Fehler, dass sie der Jugend mit den fremden Sprachen den Trieb, in die Fremde zu wandern, einimpfen (S. 115). Die jüdischen Kolonien in Palästina haben bis nun in den breiten Schichten der Juden der Diaspora kein richtiges Verständnis und keine gebührende Würdigung gefunden (S. 118). Das Traurige in den Zuständen Palästinas liegt in der Vergangenheit und Gegenwart (S. 117). — Wir bringen heute aus diesem Buch, das andere Werke ähnlichen Inhalts durch seine scharfe Beobachtung weit überragt, einen kleinen Ausschnitt.: „Die Klagemauer." M. M. <^&£fä&*i<^ Redaktion: Felix Theilhaber, München, Pettenkoferstr. 25. Druck und Verlag von Max Steinebach, München.

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