Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mädchenschule [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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lässt sowohl in pädagogischer, wie in verwaltungstechnischer Beziehung: noch immer viel zu wünschen übrig. Es ist bis jetzt nicht gelungen, den Anforderungen der Hygiene entsprechende Schulräume zu finden. Die Schule ist materiell zu schlecht gestellt, um selbständig solche Lokalitäten erwerben zu können. Grösstenteils sind es Kinder armer Leute, die die Schule besuchen. Die Schulleitung hat nicht die Möglichkeit, sie zu unterstützen, und infolge dieser Armut kommen oft Krankheiten unter den Schülern vor, die den Gang des Unterrichtsstören. In pädagogischer Beziehung ist in der letzten Zeit allerdings manches erreicht worden, was für den weiteren Ausbau des Unterrichts von grosser Bedeutung sein könnte. Besonders wurden Verbesserungen vorgenommen im Unterricht der hebräischen Grammatik, der Geographie und der Handarbeit. Mit grossen Schwierigkeiten hat die Leitung auf dem Gebiete der Erziehung zu kämpfen. Die Unordnung und die mangelhafte Sauberkeit, die bei den Eltern der Schulkinder im höchsten Masse herrschen, ferner die Wirkung, die die unkultivierte arabische Gesellschaft ausübt, haben in den Kindern eine Reihe schlechter und verderblicher Eigenschaften erzeugt, die wir in der Schule bestrebt sind, auszumerzen. Zu diesem Zwecke wurde von vornherein darauf Gewicht gelegt, ein gutes und herzliches Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern herzustellen. Nach und nach gewöhnen sich die Kinder, den Anweisungen der Lehrer zu folgen. Ohne die geringste Strenge ist es schon gelungen, manches Kind von den von aussen kommenden Einwirkungen zu befreien. Besonders die Ausflüge, Spiele und Feste, die von Lehrern und Schülern veranstaltet werden, tragen zum Erfolge bei. HANDEL UND VERKEHR Palästinareise. Das Palästinaamt schreibt: Wir teilen Ihnen höflichst mit, dass wir mit dem Oesterreichischen Lloyd in Triest wegen einer zionistischen Touristenfahrt nach Palästina im Frühjahr 1909 korrespondiert haben, und dass der Oesterreichische Lloyd bereit ist, bei einer Beteiligung von mindestens 100 Personen, wovon wenigstens; 40 in der I. und II. Kl. fahrien müssen;, die Fahrpreise wie folst zu reduzier/en: I. Klasse 400 Frcs. II. Klasse 280 Frcs. III. Klasse 110 Frcs- (von Triest bis Jaffa und zurück nach Triest.) Die Fahrpreise I. und II. Klasse verstehen sich inklusive Kabine und voller Verpflegung, während der Satz III. Klasse für die Reise auf Deck gilt, und zwar ohne Verpflegung. Jedoch hat der Passagier III. Klasse Anrecht auf ein Matriatzenbett und kann gegen Entrichtung vlon 2 Frcs. pro Tag einfache Matrosenkost in ritueller Zubereitung erhalten. 77