Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Eine neue Mittelschule in Jaffa [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Anfang zu sein. Ob zudem Jaffa der geeignete Platz für zwei Mittelschulen ist, bleibt aus schon oft angeführten Gründen zum mindesten eine offene Frage. Das Ideal eines Gymnasiums ist für uns die Einheitsschule, des Hifsvereins, wo selbst orthodoxe Kräfte, wie Dr. Carlebach. u. a. wirken und wirkten. Der Misrachi fängt schon jetzt an Geld für das eine Unternehmen zu sammeln und sich in dieser Kleinarbeit zu verlieren, statt grosszügigen Arbeiten nachzugehen, wie es die Reform der Chaluka, die allgemeine Einführung palästinensischer Lulolfs, pal. Weine etc. wäre. Wenn schon die Mirachisten ein kulturelles Zentrum in Palästina haben woljen, so wäre die Errichtung einer Rabbiner Hochschule eine Tat, die hundertmal verdienstvoller wäre und zugleich ein Unternehmen repräsentieren würde, das nicht nur dem Lande zu gute kämle, sondern vor allem der gesamten Judenheit. Denn Jerusalem ist der heiligste jüdische Ort, an ihm kann die hebräische Literatur die Umgebung erhalten, dass der Jünger in ihr aufgeht, dass er durchdrungen wird von der Geisteswelt des Judentumes. Jerusalem ist ein Ort, der von jedem gesetzestreuen Rabbiner besucht werden sollte. Eine Rabbiner-Hochschule an diesem heiligen Platze mit hebräischer Unterrichtssprache würde unserem iLande und unserem Volke mehr denn ein Pumbedita sein. Das Gymnasium in Jerusalem. Die Verwaltung des neu eröffneten Gymnasiums in Jerua 1 e m läs&fr sich in einer Erklärung über die Beweggründe aus, die zur Errichtung des Gymnasiums geführt haben. Unter den '50 000 Juden Jerusalems sind sehr viele, die für ihre Kinder den Besuch einer Mittelschule anstreben. Da bis jetzt Jerusalem auch keine) höhere Töchterschule hatte, so schicken die einigermassen vermögenden Eltern ihre Kinder nach dem Auslande, während die ^anderen' das hiesige deutsche Gymnasium besuchen., Dass dadurch die nationaljüdische Erziehung eine grosse Einbusse erleidet, ist jedem, der mit den hiesigen Verhältnissen vertraut ist, ohne weiteres klar. Die allgemeine Verwahrlosung, sowohl in erzieherischer wie in kultureller Beiziehung, unter der Jerusalem leidet, macht eine solche Schule unbedingt notwendig. Viele Familien aus der Umgegend ziehen es vor, ihre Kinder nach Jerusalem anstatt nach Jaffa zu schicken. Die materielle Unterlage des Gymnasiums wurde durch Ausgabe von Aktien ä 250 Frcs. geschaffen. Sehr richtig bemerkt hiezu die Redaktion der jüd. Rundschau vom 19. II. 09: ,,Auch diese Erklärung kann unsere Bedenken nicht beseitigen. Es erscheint uns nach wie vor hö dh&t un^weckmässig, nachdem in Jaffa nun 'einmal ein Gymnasium besteht, schon jetzt in Jerusalem ein njeues zu gründen, statt vorerst lieibeiri alle Kräfte auf Konsolidierung der einen Anstalt;zu richten. . . Mädchenschule. Ueber den Zustand der unter seiner Leitung .stehenden Mäd^ chenschule in Jaffa berichtet Dr. T uro ff folgendes: Die Schule 76