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Palästina · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 3
Article
Gesellschaft Achusath-Baith [Nachricht]
Date
1909-01-01
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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bereits zum nächsten Mucharem (Umzugstermin) im Januar 1910 bezogen werden können. Für Steinmetzen, Maurer, Bautischler und sonstige Bauhandwerker wird der Bau des neuen Stadtviertels wahrscheinlich vermehrte Arbeitsgelegenheit bringen, und es könnte eine grössere Anzahl neu einwandernder jüdischer Bauhandwerker auf Arbeit rechnen. Vor einigen Tagen kamen 1 50 yemenitische Juden 100 Männer und 50 Frauen, nach Jaffa. Die Leute kommen aus einer kleinen. Stadt inmitten der arabischen Wüste, zwanzig Tagereisen vom Hafen Hodeida entfernt. Das Land um diese Stadt herum trägt, wie sie berichten, den Namen „Ostland", weil es den Osten der türkischen Besitzungen am Ufer des Toten Meeres bildet. Es wird ganz selbständig verwaltet, anabhängig von der Konstantin opeler Zentralregierung. Nach den Angaben der jetzt nach Jaffa gekommenen Juden sollen dort insgesamt etwa 5000 Juden wohnen, die sehr arm seien und von den arabischen Oberen unterdrückt würden. Zwei Monate vor ihrer Abreise, so erzählen sie, habe eine Versammlung von etwa hundert Juden stattgefunden, in der die Teilnehmer beschlossen hätten, das Land zu verlassen und nach Palästina überzusiedeln. Da sie absolut keine Mittel hatten, so wandten sie sich an den reichsten Juden der ganzen Gegend und baten ihn um Hilfe. Der Mann verkaufte sein ganzes Besitztum für etwa 30 000 Francs und zog mit den anderen zusammen nach Palästina. Alle Einwanderer sind gesunde und arbeitskräftige Leute, zum grossen Teile Schmiede, zum Teil auch Ackerbauer. Sie hoffen, in den Kolonien oder in den Städten Arbeit zu finden, und wollen, wenn es ihnen gelingt, festen Fuss zu fassen, die in der Wüstenstadt zurückgebliebenen Juden nachkommen lassen. Nach ihren Gewohnheiten und ihrer Lebensart erinnern sie sehr an die nomadisierenden Beduinen Mittelarabiens. Einige von ihnen haben mehrere, manche sogar bis zu vier Frauen. Safed. Fiktion. Die jüngst von einigen Seiten gebrachte Nachricht von angeblichen Unruhen gegen Juden (in Safed stellt sich als durchaus unzutreffend heraus. Nach uns gewordenen authentischen Informationen, deren Zuverlässigkeit absolut feststeht, beruht diese Nachricht auf Erfindung. Das Gerücht entstand dadurch, dass der Kaimakam von Tiberias einige Juden in Safed wegen Steuerr'ückstandes pfänden liesfe. Von Unruhen irgend welcher Art kann aber absolut keine Rede sein. AUS DEN KOLONIEN In A t h 1 i t, dem neuen Castellum peregrinorum, besitzt die Ica seit langer Zeit Land. Jetzt sind die Rechtsstreitigkeiten, die sich an dieses Land knüpfen, beseitigt, und die Ica hat das Land, das bisher von Pächtern bearbeitet wurde, an Kolonisten verteilt. Für die Kolonisten sind 74

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