Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der griechische Patriarch [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Lod 1× ep/1045074
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Palästina fast ausschliesslich der arabischen Nationalität angehören. Während der Patriarch der Ansicht war, dass man den Forderungen der christlichen Araber nachkommen und insbesondere Araber zu den hohen Klerikerstellen zulassen solle, sprach sich die Synode, die griechisch-national ist, gegen eine Berücksichtigung der Forderungen der Araber aus. Als der Patriarch sich nicht fügen wollte, wurde er von der Synode seines Amtes entsetzt. Die Folge waren grosse Unruhen unter den arabischen Christen; sie ergriffen für den Patriarchen Partei, besetzten den Palast des Patriarchen und verhinderten seine Abreise. Zugleich stürmte die Bevölkerung die griechischen Klöster an vielen Orten des Landes, z. B. in Lydda und Bethlehem, trieb die Mönche, die als Gegner des Patriarchen galten, hinaus, und hielt die Klöster besetzt. In einem Telegramm an den Grosswezir' und den griechischen Patriarchen in Konstantinopel wurde das Verbleiben des Patriarchen in seinem Amte verlangt. Die Bevölkerung beruhigte sich erst etwas, als aus Konstantinopel ein Telegramm eintraf, dass eine Kommission zur Untersuchung des Sachverhalts nach Palästina abgesandt werden würde. Da im vorigen Jahre anlässlich der Jaffaer Judenverfolgungen, den Juden der Vorwurf gemacht wurde, sie hätten den Frieden mutwillig gestört, wollen wir doch bei dieser Gelegenheit auf das wenig friedliche Verhalten der Araber hinweisen. Wir bringen die ausführlichen Berichte, aus denen die Beteiligung europäischer Geistlicher hervorgeht, absichtlich ni(.ht, um der Angelegenheit von unserer Seite aus keine Spitze zu ^eben. — Die Direktion der Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem ttilt hierdurch mit, dass alle Plätze in der Schule bereits besetzt sind. Iis kann daher nur davor gewarnt werden, ohne vorherige Anfrage bei der Schule, in der Absicht, im Bezalel aufgenommen zu werden, nach Palästina zu reisen. Jaffa. Die Maschinenfabrik Stein, deren Direktor in dem letzten Jahre mehrfach gewechselt hat, wird jetzt wieder von ihrem früheren Direktor und Begründer, Leo Stein, geleitet. Dies ist die Folge des Beschlusses einer Versammlung der Aktionäre und Kreditoren, die kürzlich hier stattgefunden hat. Die Versammlung lehnte einen Antrag, durch Ausgabe von Obligationen das Kapital der Fabrik zu erhöhen, ab, und beschloss vielmehr, die Fabrilk in ihrem jetzigen verkleinerten Umfange weiterzuführen. Nachdem jetzt alle rechtlichen Formalitäten bezüglich des von der Gesellschaft Achusath-Baith gekauften Terrains beendigt sind, kann mit den Arbeiten für den Bau des geplanten Stadtviertels -begonnen werden. Die Gesellschaft hat bereits einen Bebauungsplan aufstellen lassen, und es wird jetzt mit der Absteckung der Strassen und dem Bau eines Brunnens begonnen. Die Gesellschaft will alles daran wenden, um den Bau der Häuser für ihre 60 Mitglieder so zu beschleunigen, dass die Häuser 73