Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Absatzgelegenheit für Schutzmannsuniformen nach der Türkei [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Absatzgelegenheit für Schutzmannsuniformen nach der Türkei. Die Konstantinopel er Stadtpr,äfektur hat beschlossen, für ihre sämtlichen Beamten 'die deutsche Schutzmannsuniform einzuführen. (Konstant. Handelsblatt). Selbstverwaltung. Die bevorstehende Ausdehnung der Selbstverwaltung in den türkischen Provinzen wird voraussichtlich eine nicht zu unterschätzende Bedeutung auch für Palästina haben. Es sind noch die Details nicht bekannt gegeben worden, in welcher Weise der „Medjliss Amumi" (eine Art Provinzial-Rat) für den Mutessariflik El-Kuds (Jerusalem) eingeordnet werden wird; ich entnehme daher den Beiruter Zeitungen die Details über die Organisation des Medjliss Amumi" im Beiruter Wilayet, welch letzterem die grösste Hälfte West-Palästinas angehört. Dieser höchste Provinzialrat wird einmal jährlich zusammentreten; während der Session werden die lautenden Angelegenheiten des Wilayets geregelt, das fokale Budget betrachtet und verschiedene Reglemente und Gesetze lokalen Charakters angenommen. Die Competenz des Rates 'Wird durch das Gesetz über die Organisation des Wilayets bestimmt werden. Was den Wahlmodus anbetrifft, so werden, laut speziellem1 Reglemente, in jeder Kaza drei Wahlmänner gewählt; die Wahlmänner aller Kazas kommen nach der Hauptstadt des Paschilik (Mutessarifie) um aus ihrer Mitte drei Ratsmitglieder in den Medjliss zu wählen, Her in der Residenz des Wilayets seinen Sitz hat. Die gesamte Zahl der Delegierten des Medjiiss darf nicht 15 übersteigen. — Das sind in kurzen Strichen die bereits bekannten Auskünfte über die reformierte Selbstverwaltung der Provinzen in .der Türkei. Die Nachricht vom bevorstehenden Zusammentreten des Provinzi-Medjliss hat natürlich einen, grossen Eindruck auf die jüdischen Kreise hier ausgeübt. Es wird von verschiedener Seite mit Hecht betont, dass die jüdische Bevölkerung Palästinas, oder |des vorläufig in Betracht kommenden Mutessariflik Jerusalem, ihre Vertreter in der Selbstverwaltung der Provinz haben dürfte. Da kommen wir aber vor das komplizierte Problem der Staatsangehörigkeit: wie schon aus der Wahlcampagne für das Parlament bekannt ist, ist ein grosser Teil der jüdischen Bevölkerung Palästinas nichtottomanisch und kann deshalb die politischen Rechte der türkischein Bürger nicht ausnützen. Es entsteht nun eine Bewegung, den massenhaften Uebergang der palästinensischen Juden in die ottomanische Staatsangehörigkeit zu organisieren. Diese Bewegung, die von dem hiesigen Blatte „Haziewi" unterstützt wird, ist selbstverständlich von grosser Bedeutung für die Zukunft der Kolonisation überhaupt. Denn es ist klar, dass die palästinensischen Juden, die den intelligentesten! Teil der Bevölkerung darstellen, grossen Einfluss auf die Selbstverwaltung in einem noch wenig kulturellen Lande habein könnten; insbesondere, wenn es uns gelingen würde einen namhaften Teil der neuen Ansiedler, die von .grösserer Intelligenz sind, zum 70