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Palästina · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Vom Bezalel [Nachricht]
Date
1909-01-01
Page
Seite 49 (sequence 2)
Language
German
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zu decken. Ferner ist zu berücksichtigen, dass, so erfreulich der grosse Beschäftigungsgrund der Schule auch ist, zur Ausführung der vorliegenden Aufträge aber grössere Beträge erforderlich sind und auch festgelegt werden müssen, um ein Lager in den verschiedenen Erzeugnissen zu zu unterhalten. Auch um die Rohmaterialien vorteilhaft einkaufen und disponieren zu können, wäre es von der grössten Bedeutung für die Schule, einen Betriebsfonds zu besitzen. Trotzdem in dem jüngst (erschienenen Geschäftsbericht für das verflossene Jahr dies bereits erörtert wurde, und zur Schaffung eines Betriebsfonds an die Gönner und Freunde appelliert wurde, sind bis jetzt zu diesem Zwecke der Schule keine Beträge zugeflossen, es ist aber für dieselbe von der allergrössten Bedeutung, dass ein Betriebsfonds so bald als möglich geschaffen wird,, da sonst die Existenz der Schule ernstlich bedroht wird. Der Streit um die Wahl eines Chacham-Baschi für Je ruft a 1 e m nimmt immer grössere Dimensionen an und droht, in ein persönliches Gezänk auszuarten. Jeder Kolel tritt mit seinen eigenen Kaiv ditaten hervor und betreibt hartnäckig ungezügelte Agitation gegen den Kanditaten des anderen Kolel. Sowohl die Presse wie die Strassen und Märkte sind von diesem unfruchtbaren Parteikampf beherrscht. Dabei werden alle sonstigen Gemeindeinteressen im veitesten Maasse vernachlässigt, und es ist schwer abzusehen, wozu dieses zum grössten Teile willkürlich aufgebauschte Parteigezänk noch führen wird, wenn nicht durch das Fingreifen einflussreicher Persönlichkeiten ein Kompromiss zustande kommt. Vorige Woche wurde in Jerusalem das neue j üdische G y m - n a s i u m nach dem Muster desjenigen von Jaffa eröffnet. Die Juden in Jerusalem versprechen sich von dieser Schule eine Neubelebung und reiche Entfaltung der geistigen Kräfte Jerusalems und erhoffen von ihr ein& Rückwirkung auf die verlotterten Zustände in der jüdischen Gesellschaft. Für den Ausbau und eine gedeihliche Entwicklung des neuen Gymnasiums hat auch der Direktorder Anglo Palestine Company in Jerusalem, Dr. L e v y, bereitwillig die weitgehendste Unterstützung zugesagt. Die Eröffnung des Parlaments wurde auch in Jerusalem von der gesamten Bevölkerung in grossen Strassenumzügen und Volksversammlungen gefeiert. Als sonderbare Rednertribüne diente ein grosses, auf einen Wagen aufgeladenes Boot. Sämtliche Häuser waren beflaggt und am Abend illuminiert. Auch alle im Hafen liegenden Schiffe bekundeten ihren Anteil an der türkischen Feier durch Flaggenhisisen und Illumination. Von den Juden, die am gesamten Umzüge teilnahmen und auch in. der Synagoge eine grosse Volksversammlung veranstaltet haben, wurden Ansprachen in hebräischer, spaniolischer und türkischer Sprache gehalten. Jaffa. Dank den eifrigen Bemühungen des Turnlehrers Orlow, ist ein Turnverein in Jaffa gegründet worden. Das Gymnasium stellt dem 49

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