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Palästina · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Von den Ärzten
Date
1909-01-01
Page
Seite 43 (sequence 4)
Language
German
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Kauf eines massig grossen Hauses in Berlin N. gehört. Ein Bad aber von der Güte des von Tiberias, kann viele Tausende Leidender ins Land ziehen, Gäste, die sonst ihre Güter im benachbarten heissen Aegypten verzehren. Und dann erinnern wir an das Genesungsheim am Karmel. Die Deutschen, die doch ein weit geringeres Literesse an diesem Land besitzen, verfügen schon über diese anziehende Heilstätte .... Ein Heer von Dingen ist noch nötig: Gemeinsame Bekämpfung der Malaria und der zeitweise auftretenden Seuchen, Durchführung hygienischer Forderungen in Schule und Haus in den Städten, Errichtung von Bädern in den Städten z. B. in Jerusalem, das heute noch kein einziges besitzt, Bauung von Wasserleitung und Kanalisationswerken .... Die Apotheker stammen meist aus dem Orient selbst. Ein grosser Teil von ihnen sind schlecht vorgebildet. Einmal wurden sie daher nicht wenig erschreckt, als eine Kontrollierung von seiten der Behörden vorgenommen wurde. Rasch .verschrieben sich die einzelnen Apotheker aus Beirut, Aegypten etc. approbierte Apotheker, die den Beamten dann vorgestellt wurden. Nach der Kontrolle konnte der getreue Eckart wieder nach Hause fahren. Gleichwohl ist den Apothekern, die keine spezielle Schule besucht haben, der Zustand zu unsicher, so dass die jüngere Generation darnach strebt, approbiert zu werden. Die Zahl der jüdischen Apotheker ist nicht gering, da es eine Konzessionierung der Apotheken in der Türkei nicht gibt. Ihre Zahl mag sich heute auf etwa 60 stellen. Leider ist eine Vereinigung noch nicht zu stände gekommen, so dass das kollegiale Verhältnis vielfach zu wünschen übrig lässt. Ja, leider gibt es auch direkt krasse Auswüchse nicht nur unlauteren Wettbewerbs, sondern unangenehmer Kurpfuscherei. Der Respekt des Apothekers vor dem Arzt ist ohnedies gering. Der Arzt bekommt vielfach vom Apotheker die Patienten zugewiesen und ordiniert auch in der Apotheke, wobei natürlich der Apotheker materiell nicht zu kurz kommen darf. Vor allem aber doktert oder vielmehr kurpfuschert der „Alchemist", wie sich in Palästina ein Apotheker stolz nennt, flott in den Tag hinein. Ein besonders günstiges Objekt hiefür ist freilich der ungebildete Araber, der schon befriedigt ist, wenn nur etwas geschieht. Aber selbst bei manchen schweren Fällen verordnet der Apotheker, der heute vielfach nicht einmal von der Natur seiner Chemikalien viel mehr als einen Dunst hat, „blind darauf los". Da die Behörde sich der Angelegenheit nicht annimmt, ist es Sache der Aerzte, Abhilfe zu schaffen. So ist die Vereinigung der Aerzte dringend geboten. 43

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