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Palästina · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Eisenbahn Jaffa-Port Said [Nachricht]
Date
1909-01-01
Page
Seite 30 (sequence 2)
Language
German
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A u s der Thro n r c d c. „Wir wünschen mit Eifer die Reorganisation der Finanzen, die Regelung des Budgets, die Hebung der Landeskultur, die Vermehrung der Schulen behufs Verbreitung der Bildung, die Ausbildung und Vervollkommnung unseres Heeres und unserer Flotte; ebenso wie die neue Organisation de r verschiede n e n V e r w a 11 u. n g s w e g e. In dieser knappen Formulierung ist das ganze Programm enthalten, das die Regierung des Sultans den Vertretern des Volkes zur Bearbeitung vorlegt. Kaum ein einziges Wort ist darin, das nicht für Zionistcn besonderes Interesse und besondere Bedeutung hätte. Es ist anzunehmen., dass zwischen der ottomanischen Staatsregierung und den Vertretern der zionistischen Sache ein Einvernehmen erzielt werden wird. Die jüdischen De p u t i e r t e n. Wir werden vier Vertreter im arabischen Reichstag haben. Zu den Abgeordneten von Konstantinopel.. Saloniki und Smyrna kommt nun noch der von Bagdad. Von einem Zusammenschluss der jüdischen Abgeordneten zu einem eigenen Klub nach Art des jüdischen Klubs im österreichischen Reichsrat ist vorläufig nicht die Rede. Zweifellos jedoch werden sie in enge Verbindung zu einander und dem Grossrabbinatc treten, um in jüdischen Dingen eine einheitliche Meinung zu repräsentieren. Welche diese Meinung sein wird, ruht noch einstweilen im Dunkeln. Noch immer ist kein jüdisches Programm ans Licht getreten. — Auch im Senat haben die Juden ihren Vertreter erhalten, den einen, der in der Vorschlagsliste des Chachambaschi'-Kairaakams nicht mit den andern gestrichen wurde: BehasEffendiAschkcnazi, ein sympathischer Greis im 7. Jahrzehnt seines Lebens, ein Jude im einfachen und guten Sinn des Wortes. Der Chachambaschi. Bis jetzt sind fünf Kandidaten nominiert. Diese sind ausser dem jetzt als Kaimakam amtierenden H a i rn N a - hum: Joseph Halcvy, Rabbiner in Balat, Rabbi Abrain Danon, Direktor des Rabbinerseminars, Mosche ben Chabib, Rabbiner von Brussa und Rafael Ar 011 ben Schi m'a n, Grossrabbincr von Kairo. Den letzteren hat die orthodoxe Gegenpartei des Haim Nahum besonders auf den Schild erhoben. — Reform des O s c h e r s. Nach einem Plane, der vom Finanzbeirat Laurent ausgearbeitet wurde, soll der Oscher, die türkische Agrikultursteuer, eine wichtige Reform erfahren. Künftig soll der Zehent nicht wie früher nach dem Durchschnitt der Ernteerträgnisse der letzten fünf Jahre berechnet und verpachtet werden," sondern es wird eine unparteiische und unabhängige .Rcgieruingskommission in jedem Jahr die Ernte schätzen 'und die Steuer bemessen. Dadurch werden wohl die schreiendsten Lmgerechtigkeiten bei der Handhabung dieser für die jüdische- Kolonisation so ausserordentlich wichtigen Steuer beseitigt werden. Ol) der Oscher künftighin in Naturalien oder in Geld zu entrichten sein wird, ist noch nicht enclgilig festgestellt. — 30

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