Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 1
Article
[Nachricht]
Date
1909-01-01
Page
Seite 27 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2379786-2379815-2379817--02189-2382070
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

überwiegenden Mehrzahl der Lehrer des Landes aufgestellt ist, welche Bedeutung insbesondere dem Unterricht der hebräischen Sprache beigemessen wird. Eine baldige Einführung der hebräischen Unterrichtssprache anstatt der französischen in den Alliance-Schulen ist nach Ansicht der Kommission zunächst" aus dem Grund unmöglich, weil dann der grösste Teil des Lchrerpcrsonals durch neue Lehrer ersetzt werden müsste. Die französische. Sprache halten die Herren für notwendig, da bei der jetzigen unentwickelten ökonomischen Lage Pälastinas die Jugend in anderen Ländern Erwerb zu suchen gezwungen sei. „Dagegen ward die Alliance", wie einer der Herren versicherte, ,,sofort bereit sein, alle ihre Schulen den Zionisten zu überlassen, falls sie den Beweis erbiacht haben, dass die Kinder hier im Lande sich ernähren können." — Das hebräische Gymnasium hat einige neue Lehrkräfte gewonnen: Dr. Lurie für Geschichte, Frau Hirszenberg (eine geborene Pariserin, die in Paris das Lehrerinnenseminar absolviert hat) für Französisch, Herr Rosenstein für Mathematik und Naturwissenschaften. Dr. Metmann ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und jetzt begibt sich Dr. Bogratschoff für ein halbes Jahr zu Studicnzwccken nach dem Auslände. Herr Schcinkin und Dr. Mossinsohn, die eine Agitationsreise nach Russland unternommen haben, sollen erst nach einiger Zeit wieder -hier eintreffen. Die Zahl der Schüler im Gymnasium beträgt 120. — Die hiesige Mädchenschule Beth-Sefcr FBanoth) zählt ungefähr 400 Kinder, die Allianceschule« 250, die Schule des Hilfsvereins nahezu 100. Der Nationalfonds hat jetzt das Land an der Bahn Jaffa-Jerusalem, das zur Anpflanzung" des Herzlwaldes bestimmt ist und bisher der A. P. \C. gehörte, definitiv von der A. P. C. gekauft und übernommen. Mit der Anpflanzung des Waldes wird voraussichtlich in Jahresfrist begonnen werden, sobald das Pflanzenmatcrial der Baumschule in Lydda genügend entwickelt sein wird. Soweit das Land für die Anpflanzung des Herzlwaldes nicht gebraucht wird, ist es auf einige Jahre an sechs kaukasische Familien verpachtet worden, die vor einiger Zeit nach Palästina gekommen sind. Es ist erfreulich, dass die kaukasischen Juden, die für den Betrieb der Landwirtschaft viele gute Eigenschaften aus ihrem Herkunftslande mitbringen, allmählich mehr und mehr in Palästina Fuss fassen. Die Bautätigkeit in Jaffa und Jerusalem ist noch immer sehr rege. Wenn im nächsten Frühjahr die Häuserbaugesellschaft Achudath-Baith in Jaffa mit der Errichtung von Häusern beginnen wird, wird die Nachfrage nach jüdischen Bauarbeitern (Maurern, Zimmerern) wahrscheinlich noch stärker werden. Es bietet sich hier für tüchtige jüdische Arbeiter eine Möglichkeit zu lohnendem Verdienst. Bisher ist die Nachfrage nach tüchtigen jüdischen Bauarbeitern grösser als das Angebot. Vor kurzem, ist während eines ausserordentlich heftigen Sturmes ein Flügel der im Bau befindlichen Mädchenschule des Odessaer Komitees eingestürzt. Eine Kommission von Sachverständigen ist von dem Vertreter des Odessaer Komitees in Jaffa sofort eingesetzt worden, welche die Ursache des Einsturzes feststellen soll. Vermutlich ist sie auf einen 27

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.