Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das jüdische Kolonisationsgebiet Judäas
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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liegt zwischen Rischon-le-Zion. Rechobot und Ramleh, neben einer deutschen landwirtschaftlichen Versuchsstation. Die Kolonie ist bemerkenswert durch die gemeinsame Ansiedlung kaukasischer Bergjuden und russischer Arbeiter und wird teilweise als eine Art proletarischer Siedlung betrachtet. Noch mehr gilt dies von der in der Nähe von Petach-Tikwah gegründeten Kolonie, deren Bodenanteile ausschliesslich jüdischen Arbeitern gegen eine mehrjährige geringe Abzahlung zufallen. Zu den ländlichen jüdischen Besitzungen gehören noch die vom Nationalfond angekauften Gebiete in der Nähe von L u d d (dem alten Lydda) und in C h u 1 d a nahe bei Ekron deren eines für den Herzlwald ausersehen sein soll. Auf dem Boden von Ludd ist die Oelfabrik der Gesellschaft „Atid" angelegt, und daneben die Baumschule für den Herzlwald angepflanzt. Auf demselben Boden steht in wunderschöner Lage, im Eingangsgebiete des Berglandes Kirjat Sefer, die neue Beikind-Schule, die auch über die Hälfte des erwähnten Landgebietes für die Zwecke des landwirtschaftlichen Unterrichts verfügen wird. Hier ists auch nicht weit zu dem romantischen Modeim, der Erinnerungs- und Gräberstätte der Makkabäer. Noch gibt es einige ganz kleine Kolonien in Judäa, so J e - h u d i e , eine Tochterkolonie von Petach - Tikwah , nur von ganz wenigen Familien bewohnt und zwei malerisch gelagerte Gebirgsdörfer, Artuf und Moza, ersteres nahe der Bahnstation Der-Aban. Moza an der Strasse nach Jerusalem bei dem Dorfe Kolonije gelegen, nur eine Stunde von Jerusalem entfernt, ist rings von steilen Abhängen, Schluchten und Berg wegen umgeben, und in der Nähe bietet sich die Aussicht auf die Höhen des alten Mizpah und Kirjat-Jearim. Die Gebirgsabhänge eignen sich besonders für den Weinbau, der als Terrassenbau betrieben wird. Hier befindet sich die Stätte, wo Theodor Herzl die erste Zeder angepflanzt hat. Artuf ist eine kleine bulgarische Gründung und soll auch in seinen primitiven Arbeits- und Lebensverhältnissen ein gewisses Interesse beanspruchen. Wir sprachen bis jetzt nur von einzelnen Kolonien. Dies ist insoferne richtig, als fast jede Kolonie ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Aussehen und inneres Gepräge hat. Je weiter die Entwicklung fortschreitet, desto mehr muss das Kolonialleben in Zusammenhang gebracht werden, nicht nur in örtlichen, der wenigstens in den südlichen Kolonien bis Rechobot vorhanden ist, sondern auch in sozialen Lebenszusammenhang. Daneben ist die Erweiterung des Landbesitzes notwendig, um das Netz der Ansiedlung zugleich enger zu spannen und weiter auszudehnen. □ □ □ 21