Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die jüdischen Kolonien am Chuschm
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 2)
- Language
- German
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'ambar (Acacia Farnesiana, wild) eingehegt sind, deren duftende gelbe Blüten exportiert und zur Parfürneriefabrikation verwendet werden. Die Kolonien haben teilweise mit schwierigen Verhältnissen zu kämpfen; so sind die grossen Weinberganlagen gänzlich durch die Phylloxera verheert worden. Da man aber auch vor grossen Kosten nicht zurücks^heut, ist mit Bepflanzung durch amerikanische Reben in, umfangreicher Masse schon wieder begonnen worden. Der als „Karmeluwein ausgeführte Rebensaft, zu dessen Herstellung geräumige Felskeller, Keltern und Destillerien gebaut wurden, spielt im Handel eine Rolle, ohne jedoch die Güte des Weins des nördlichen Karmels zu erreichen. Ueber die israelitischen Kolonien gibt es eine ganze Literatur, die namentlich in den Verwaltungsberichten und in den zionistischen Zeitschriften nachzusehen ist; eine'neue Karte des Terrains ist, wie ich höre, in Vorbereitung. Die Bedeutung der Kolonien für die Gegend ist nicht zu unterschätzen; die Anlage der Fahrstrassen, der Orangegärten und Weinberge, sowie die Bereitung und der Export des Weines haben neues Leben in die früher einsame Landschaft gebracht. Die Wichtigkeit von Sichron Jakob für den Verkehr, namentlich auch der Touristen, habe ich schon an anderen Orten angedeutet. Seit der Gründung der, Ortschaft geht der Weg von Haifa nach Jaffa und Nabulus hier durch, wo man, abgesehen von einer anderen Herberge, im Hotel Graff gute Unterkunft findet; die Wagen machen allgemein hier Station, um am folgenden Tage ihr Ziel zu erreichen. Von Haifa aus braucht man zu Wagen über El Tantura bis hier 5—5% Std.; zu Pferde vom Karmelheim aus, den Gebirgsfuss entlang, ungefähr ebensoviel Zeit. Dr. Ernst Müller, Jaffa: Das jüdische Koionisationsgebiet Judäas. P HS^Ti*i$>yD^gg C] ■penn wir die jüdische Kolonisation Palästinas nicht nur vom idyllischen Standpunkt der Einzelschilderung oder vom typischen der allgemeinen Umrisse, sondern in Hinblick auf die künftige mögliche Besetzung des Landes ins Auge fassen, so ist wohl auch die sozusagen geographische Gruppierung der Kolonien, ihr örtlicher Zusammenhang von Interesse. Und so will ich mich heute auf das wichtigste Landgebiet, Judäa, beschränken, während die samaritänischen und galiläisdhen Kolonien, sowie die anderen möglichen Kolonisationsgebiete weiteren Schilderungen vorbehalten sein mögen. Judäa umfasst die unermesslich weite Ebene der Schephelah, die nördlich vom Flusse Nahr-el-Audscha in die engere Saronebene übergeht, nach Süden hingegen ohne Begrenzung bis in das wenig erforschte Gebiet des ägyptischen Palästina verläuft. 16