Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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die sich ebenfalls sehr gut entwickelt. Es wäre im allgemeinen Interesse zu wünschen, daß auch die ausländischen Autoren und hebräischen Verlagsanstalteri ihre größeren Publikationen in Paläslina drucken ließen, zumal da die palästinensischen Druckereien auch billiger als die ausländischen sind. Die Druckereien könnten dann noch hunderten jüdischen Arbeitern einen Erwerb bieten, und unter dem Einfluß des „Bezalel" würde sich das Druckereiwesen auch in dekorativer Beziehung vervollkommnen. Einen Anfang in dieser Richtung hat bereits der amerikanische Verlag „Assaf" gemacht, der statutarisch seine Bücher in Palästina drucken läßt. (Die „Welt".) Die Ziele der Palestine Land Development Company Ltd. Unter dem Drucke der Not, die auf den Juden in Rußland, Rumänien, Galizien und der Bukowina lastet, und von der Idee eines neuen jüdischnationalen Lebens in Palästina begeistert, kommen alljährlich einige tausend Juden aus diesen Ländern nach Palästina, um hier ein neues Heim zu gründen. Ebensoviel Hunderttausende von Juden stehen in Osteuropa zur Auswanderung bereit. Viele von den Einwanderern oder von den Einwanderungslustigen sind im Besitze eines kleinen oder mittleren Vermögens. Die meisten sind arbeitskräftig und arbeitswillig, und es ist in ihnen der lebhafte Wunsch rege, in Palästina auf eigener Scholle zu sitzen und sich von der Landwirtschaft zu ernähren. Wie kommt es nun, daß trotz dieses großen Angebotes von arbeitswilligen und zum Teil auch bemittelten Juden die landwirtschaftliche Besiedlung Palästinas durch Juden so langsame Fortschritte macht? Eine lange Beobachtung in Palästina hat gezeigt, daß es hauptsächlich die folgenden Hindernisse sind, welche das Fortschreiten der Kolonisation erschweren: 1. Die Schwierigkeit des Erwerbes kleiner Parzellen. Während der Jude, der sich als Ackerbauer eine Existenz in Palästina gründen will, dazu einer Bodenfläche von 200 bis 300 Dunam bedarf, sind aus den Händen der arabischen Besitzer nur große Landstücke von mehreren tausend Dunam zu kaufen. 2. Die Kompliziertheit der türkischen Agrargesetzgebung. Es ist dem eben aus Europa gekommenen Einwanderer unmöglich, die komplizierten Rechtsfragen, die beim Ankauf eines Grundstückes in Betracht zu ziehen sind, richtig zu beurteilen. Er fürchtet sein Geld zu verlieren und wird oft ganz vom Kaufe abgeschreckt, obwohl in Wirklichkeit der Landkauf in Palästina zwar eine komplizierte und langwierige, aber keine riskante Sache ist. 3. Die schlechte Kultur des Bodens. Der bisher von Arabern mit dem primitiven arabischen Pfluge bearbeitete Boden muß durch gründliche Bearbeitung während einiger Jahre für europäische Arbeitsmethoden erst vorbereitet werden, ehe er den Kolonisten übergeben werden kann. So muß zum Beispiel Land, das mit Zizyphusgestrüpp bewachsen ist, von diesem befreit, große Steine, die das Pflügen mit dem europäischen Pflug hindern, müssen entfernt, sumpfige Stellen müssen trocken gelegt werden. Außer dieser einmaligen Bearbeitung ist die Herstellung von Wegen und Brunnen erforderlich. Alle diese Arbeiten können von dem einzelnen mit seinen geringen Mitteln nicht geleistet werden. 4. Die Unbequemlichkeit der Einzelansiedlung außerhalb derjüdischenKolonien. Da das dicht bei den jüdischen Kolonien gelegene Land oft g?r nicht oder nur zu sehr hohen Preisen zu kaufen ist, muß der Einwanderer 49