Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— Die österreichische Post in Jerusalem verkauft jährlich um 250.000 Frcs. Marken, die russische um 100.000 Frcs., die deutsche um 60.000 Frcs., die türkische um 20.000 Frcs. und die italienische um 15.000 Frcs. Der größte Teil dieser Einnahmen stammt von der jüdischen Bevölkerung. Aus den Schulen. — An dem hebräischen Gymnasium von Jerusalem wurden Dr. Torczyner aus Wien und Sal. Schiller aus Lemberg als Lehrer engagiert. — Das hebräische Gymnasium in Jaffa zählt dieses Jahr 230 Schüler, die Mädchenschule 430. — Der „Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina" hat beschlossen, das von Dr. Grünhut geleitete Waisenhaus (in Jerusalem) nach Fedoche, in der Nähe von Petach-Tikwah, der Salvendifene zu verlegen. Der Bau des Internates, der bereits beginnen soll, ist für die Aufnahme von 80 Zöglingen berechnet. So sollen die Waisen zum landwirtschaftlichen Leben erzogen werden. Vom 13. Lebensjahr an sollen sie sich in der Feldarbeit üben, nachher wird ihnen gegen geringen Pachtzins ein Stück Land überwiesen, um es für eigene Rechnung zu bearbeiten. Die Erträgnisse können den Zögling binnen einiger Jahre in . den Stand setzen, ein Stück Land käuflich zu erwerben. -r- Nach dem Bericht der Anglo-Jewish-Association hatte dieselbe für die Elina-Mädchenschule in Jerusalem im letzten Jahre 2283 Pfund ausgegeben. Für den Neubau des Schulgebäudes sind schon 10.000 Pfund gesichert. — Die Musikschule der Frau Dr. Ruppin in Jaffa veranstaltet jeden Monat ein Schülerkonzert, dessen Reinertrag der Kasse zur Unterstützung armer Eleven zufließt. Solche Konzerte wurden bereits in Jaffa und Jerusalem mit großem Erfolge abgehalten. Die Schule wird von etwa 50 Kinder besucht. Unterrichtsgegenstänge sind: Klavier, Violine, Gesang, Harmonium, Chor, Orchester, Ensemblespiel, Prima-vista-Singen, Flotte, Klarinette, Kontrabaß, Musiktheorie und Musikgeschichte. Zeitungen und Druckereien. — Ab. 1. Jänner 1911 wird in Jerusalem eine deutsch-französische Zeitung zweimal wöchentlich erscheinen. — In Palästina gibt es jetzt sechs hebräische Zeitungen, die fast alle finanziell gesichert sind und vom Publikum eifrig gelesen werden. Von diesen ist am verbreitetsten das in Jerusalem täglich erscheinende „Haor" das von der Familie Ben-]ehuda herausgegeben wird und sich die Neubelebung und Verbreitung der hebräischen Sprache zur besonderen Aufgabe gemacht hat. In literarischer Beziehung ist der „Hapoel hazair" am bedeutendsten, der alle zwei Wochen in Jaffa erscheint. Die „Achduth", das Wochenblatt der „Poale Zion" erscheint in Jerusalem und vertritt ausschließlich die Interessen der Arbeiter. Fast gleichzeitig mit dem „Achduth" wurde von orthodoxer Seite das Wochenblatt „Moriah" begründet, das durch seinen frischen Ton und seine moderne Sprache dem veralteten orthodoxen „Hachwazeleth" ernstliche Konkurrenz bereitet. Von sephardischer Seite erscheint dreimal wöchentlich die „Hacheruth". Zugleich mit dem Aufschwung des Zeitungswesens haben sich auch die Druckereien in Palästina vermehrt und vervollkommnet. So hat im letzten Jahre die Dr ckerei von J. Levy in Jerusalem mehrere profane Bücher hergestellt, die in bezug auf Geschmack und Gediegenheit der Ausstattung nichts zu wünschen übrig lassen. Die Jerusalemer Druckerei „Achduth", die eine kooperative Genossenschaft ist, hat ebenfalls das Bestreben, technisch Vollkommenes zu leisten. In Jaffa ist gleich nach der Wiederherstellung der Konstitution eine hebräische Druckerei begründet worden, 48