Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- S. P. Rabinowitz [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379838-2379840--03424-2381955- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
S. P. Rabinowitz. Am 6. Dezember ist in Frankfurt am Main der hebräische Historiker S. P. Rabinowitz (Schefer), einer der frühesten Zionisten, gestorben. Er hat das große Grätzsche Geschichtswerk ins Hebräische übertragen und dann eigene Forschungen namentlich in Bezug auf die Judenheit der östlichen Länder weiter ausgebaut, Charakteristiken mehrerer jüdischer Gelehrter der Neuzeit und Denkwürdigkeiten aus den Schicksalen der aus Spanien vertriebenen Juden geschrieben. Mit großer Lebendigkeit verfolgte er als Zuschauer wie als Mitarbeiter die Vorgänge der Zeit. So gehörte er zu den Einberüfern der Kattowitzer Konferenz der Chowewei-Zion (1883), deren Organisation er für Russisch-Polen leitete, und war einer der ersten, die sich dem modernen Zionismus anschlössen. | A. L. Lewitisky. In den letzten Oktobertagen ist in Odessa A. L. L e w i n s k y im Alter von 52 Jahren gestorben, eine der volkstümlichsten Persönlichkeiten der Zionsfreunde in Russland. Er gehörte zu jenen Menschen, welche ihre Ueberzeugung durch ihre Lebenstat besiegeln. So war er einer jener Studenten-Pioniere, welche bekannt unter dem Namen der Bilugruppe 1881 nach Palästina zogen, um unter ganz bedeutend schwierigeren Verhältnissen als heute dort landwirtschaftliche Arbeit zu verrichten und so allen anderen ein Beispiel zu geben. In der hebräischen Literatur war er besonders geschätzt: als humorvoller Feuilletonist und dadurch, das er die bedeutendsten hebräischen Organisationen und Unternehmungen materiell ermöglichte. Er schrieb auch eine „Reise nach Palästina im Jahre 5800". y\ Von landwirtschaftlichen Schulen, In jüngster Zeit kamen uns mehrere Prospekte landwirtschaftlicher Schulinstitute verschiedener Kategorien zu, welche, obwohl die in Betracht kommenden Verhältnisse vielfach ganz andere sind als die im jüdischen Leben Palästinas, doch für jenen, der auch Analogien richtig zu nehmen versteht, manches Anregende und Lehrreiche enthalten dürften. Da haben wir zunächst die d e u t s c h e K ol o n i a 1 s c h u 1 e in Witzenhausen (Thüringen), an der Stelle eines alten Klosters angelegt, dessen Rämlichkeiten samt denen eines deutschen Gutshofes gleich in Verwendung genommen werden konnten. Von einem Zweigverband des evangelischen Äfrikavereines ins Leben gerufen und mit dem allgemeinen Auswanderervereine eng verbunden, will die Schule hauptsächlich für die afrikanischen Siedlungen ein erstklassiges Kolonistenmaterial (samt Beamtenschaft) heranbilden. Da die maßgebendsten landwirtschaftlichen Kreise an der Gründung beteiligt waren und vor allem auch die deutsche Regierung ein gewisses Interesse an ihr haben mußte, so wurde sie, wenn auch mit kleiner Schülerzahl unter sehr strenger Auswahl, doch in großzügigem Stile, teils nach dem Muster der englischen Colleges, teils mit der Disziplin deutscher Kriegsschulen, als Hochschule angelegt, welche den höchsten Anforderungen zu genügen hat. Aus dem Berichte, der kürzlich als Beiheft des „Tropenpflanzers" (auch mit Illustrationen) erschienen 42