Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Bericht der Palestine Land Development Company Ltd.
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 2)
- Language
- German
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durch die Einkünfte der Wirtschaft eingebracht werden, sondern in der eingetretenen Wertsteigerung des Bodens ihren Gegenwert finden. Die Bilanz von Kineret per 30. September 1910 schloß mit einem Verlust von Frcs. 7290'82, von denen Frcs. 6917*63 auf Abschreibungen entfallen. Das neue Jahr bietet für ein günstigeres Resultat bessere Aussichten als das verflossene, indem der Betrieb mit dem Fortschreiten der Arbeit einen regelmäßigen Charakter annimmt und der Verwalter der Farm auch für andere landwirtschaftliche Betriebe in der Nachbarschaft als Agronom gegen Entgelt fungiert, wodurch sich die auf die Farm entfallenden Verwaltungsspesen erheblich verringern. Die Farm hat außer dem Getreidebau auch bereits Milchwirtschaft und Geflügelzucht eingeführt, eine Baumschule angelegt und eine Bewässerungsanlage eingerichtet, welche stündlich 70 Kubikmeter Wasser dem Tiberiassee entnimmt und durch die 300 Dunam Land bewässert werden können. Mit Hilfe der Bewässerungsanlage werden jetzt auch bewässerte Kulturen (Gemüse, Baumwolle, Luzerne) gepflegt werden. Außerdem wird in diesem Jahre die Olivenpflanzung, welche die P. L D. C vertraglich für die Israelitische Kultusgemeinde in Dessau übernommen hat, begonnen. Es ist der P. L. D. C. gelungen, sämtliche landwirtschaftliche Arbeiten durch jüdische Arbeiter ausführen zu lassen. Nach Ansicht des Verwalters von Kineret lohnt es sich auch fernerhin, alle Arbeiten, trotz des höheren Lohnes, jüdischen Arbeitern zu übertragen, falls die ganz einfachen Arbeiten mehr und mehr durch qualifizierte Arbeit, z. B. der Handdrusch durch Maschinendrusch ersetzt werden. Im allgemeinen läßt sich sagen, daß die Farm Kineret in der kurzen Zeit ihres Bestehens ein gutes Stück Arbeit geleistet hat; sie hat durch eine intensive Ameliorationsarbeit den Boden außerordentlich verbessert und wird sowohl hierdurch, wie auch durch ihre günstige Lage am See und in der Nähe der Eisenbahnstation, sicherlich bald angemessene Erträge abwerfen. Arbeitergenossenschaft Umdjuni. Die Genossenschaft, der die P. L. D. C. von ihrem Land zirka 1000 Dunam zur Bewirtschaftung mit dem Inventar der P. L. D. C. überlassen hatte, hat sehr gut gearbeitet und nach der provisorischen Gewinn- und Verlustrechnung einen Gewinn von Frcs. 4437'80 erzielt, wovon der P.L. D. C. vertragsmäßig die Hälfte, d. h. Frcs. 2218 90, zufällt. Dieses günstige Resultat hat die P. L. D. C. veranlaßt, die Genossenschaft in diesem Jahre zu vergrößern und ihr 1500 Dunam Land zu überlassen. Parzellierungstätigkeit. Durch einen der P. L. D. C. vom jüdischen Nationalfonds gewährten Kredit war es ihr möglich, ein Terrain, das sich für alle Kulturen, insbesondere für Ackerbau eignet, in Galiläa zu erwerben. Da sich aber die endgültige Erledigung der Kaufformalitäten sehr lange hinzog, war es ihr bisher noch nicht möglich, an die eigentliche Parzellierung des Terrains heranzutreten, obwohl sie sehr viele Nachfragen nach kleineren und größeren Landstücken erhalten hat und das Land in kurzer Zeit mit entsprechendem Gewinn veräußern könnte. 31