Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Die französische Kolonisation in Nordafrika
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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kopflos, welche sich gleichzeitig einem unbekannten Milieu und einem Beruf, welchen sie nicht kennen, gegenüber gestellt sehen. Kämen die neuen Ansiedler in ein Land, das sich bereits entfaltet hat, fänden sie sich von landwirtschaftlichen Unternehmungen in vollem Betrieb umringt, welche fähig wären, ihnen sofort sowohl landwirtschaftliche Arbeit als auch gute Beispiele zu geben, so könnten sie sich ausbilden und reüssieren. Aber wenn sie sich selbst überlassen bleiben, so ist — wie gut auch ihr Land sei — die Aufgabe, alles selbst zu schaffen für Leute, bei denen Unwissenheit und Mangel an Mitteln zusammentreffen, wohl viel zu schwer. Habt ihr den ehrlichen Willen, dem unvermeidlichen Unterstützungssystem zu entgehen, dessen Fortdauer sich als ebenso demoralisierend erweist, wie der Mangel, dann erspart dem Kolonisten die tastenden Versuche und Enttäuschungen des Beginnens, lasset ihn nicht seine Zeit und Kraft damit verlieren, Wohnstätten zu bauen, den Boden urbar zu machen oder Straßen zu schaffen. Bereitet ihm alles das vor. Wie ist das zu machen? Man muß die Besitzungen der Nationalfonds oder andere zu diesem Zweck käuflich erworbene hernehmen, sie in einen weit vorgeschrittenen Kulturzustand versetzen, sie im vorhinein entwässern, urbar machen, von Steinen befreien etc., je nachdem, was bei jeder dieser Besitzungen, die so ausgedehnt wie möglich zu wählen sind, nottut. Leget Zufahrtswege zu den Feldern an, bereitet die Anlage des künftigen Dorfes vor, verbindet es durch einen guten Fahrweg mit der Landstraße, beschaffet das Wasser, pflanzet Alleen, bauet landwirtschaftliche Gebäude von verschiedener Größe, bereitet im Vorhinein die öffentlichen Gebäude, Schule, Synagoge, Bad etc. vor, schaffet, mit einem Wort, alles, was ein Zentrum braucht, um für Leute, welche im Ganzen ziemlich hohe Bedürfnisse haben, bewohnbar zu sein und kultiviert euern ganzen Besitz. Schaffet den kompleten Betriebsapparat an: kräftige Pflüge, Säemaschinen, Mähmaschinen, Garbenbinder, Dreschmaschinen. Einer solchen Besitzung werden Arbeiter zuströmen, man wird die Möglichkeit haben, sie nütziich zu beschäftigen und indem sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen, werden sie gleichzeitig das Gewerbe erlernen und manche werden es zu einem eigenen Besitz bringen. Pächter werden hinströmen, sobald sie den Besitz eines Gespannes und der Mittel für seinen Unterhalt für Aussaat und für den eigenen Lebensbedarf bis zur nächsten Ernte werden erschwingen können, und viele von diesen Pächtern werden Erfolg haben, da sie sich nicht von Anfang an mit 20