Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1911-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 1-2
Article
Die Siedlungsgenossenschaft
Date
1911-01-01
Page
Seite 15 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379838-2379840-2381865--03383-2381928
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

der Aufforderung, die Sammlungen weiterzuführen, da das Unternehmen durch eine stärkere Fundierung nur gewinnen kann. Inzwischen ist auch der praktische Anfang des Versuches schon vorbereitet. Auf seiner Reise nach Palästina hat Oppenheimer die beteiligten Elemente, vor allem die Arbeiterschaft, dem Plane gewonnen. Ein Vorversuch, von der P. L. D. C. mit einigen Arbeitern in Umdjuni am Tiberiassee unternommen, ist durchaus geglückt. Jetzt ist bereits ein Landstück vom Nationalfonds für den siedlungsgenossenschaftlichen Versuch zur Verfügung gestellt worden, das sich inmitten der einst durch ihren Getreidereichtum berühmten Jesreelebene befindet. Auch sollen die an dem Versuche beteiligten Personen bereits engagiert sein. Eine anscheinend wichtige Ergänzungsmethode, die für wenig bemittelte Personen, Handwerker, kleine Kaufleute u. dgl. als „Mittelkolonisten" in Betracht käme, wird von Oppenheimer in Nr. 51 der „Welt" empfohlen. Diese Methode wurde bereits mehrfach in Kalifornien mit Erfolg angewendet und besteht darin, daß eine solche Gruppe zu einer Genossenschaft zusammentritt, welche sich zu bestimmten monatlichen Geldleistungen verpflichten. „Nachdem eine genügende Summe aufgebracht ist, wird ein Landstück angekauft, welches groß genug ist, um für die sämtlichen Mitglieder Haus und Garten anzulegen. Hierhin werden einige der Mitglieder, namentlich Gärtner, Maurer, Zimmerleute usw. gesendet, mit dem Auftrage, auf dem nach gemeinsamen Plan abgesteckten Grundstücke Häuschen zu erstellen und gärtnerische Anlagen einzurichten." So können allmählich die Mitglieder ihre bisherigen Positionen aufgeben, um auf den fertiggestellten Grundstücken sich anzusiedeln. Für die palästinensische Kolonisation erscheinen die Bedingungen einer solchen Methode günstiger als anderswo." Denn die Kolonisten könnten das Land vom Nationalfonds pachten, hätten also nicht einmal nötig, falls sie Pächter bleiben wollen, die Kaufsumme aufzubringen. Sie würden ferner durch Anlehnung an die Unternehmungen der P. L. D. C. oder der Siedlungsgenossenschaft von vornherein auf den Rat von landwirtschaftlichen und technischen Sachverständigen rechnen können. Eine solche G r up pe von 24 Männern hat sich bereits unter dem Namen Agudat Ohawei Zion in Glasgow gebildet. Sie will von dem Nationslfonds ein Landgebiet von 250—400 Dunam, anstoßend an den Besitz der ersten Siedlungsgenossenschaft, pachten, u. zw. derart, daß sie jeweils nur die Pacht für dasjenige Stück entrichtet, das sie bereits in Nutzung genommen hat, während der Rest noch durch die Siedlungsgenossenschaft oder anderweitig verwertet wird, bis er nach und nach in Nutzung genommen wird. Auf dem ersten Stück läßt die Genossenschaft durch Mitglieder, die sie herüberschiekt, einige Häuschen erbauen. Dieselben werden nach Fertigstellung sofort vom N. F. angekauft und an die Genossenschaft verpachtet, die durch die Auszahlung das Geld für den Bau weiterer Häuschen erhält. Die Siedlungsgenossenschaft wird durch den Anschluß dieser gewerblichen Genossenschaft nur Vorteile haben und umgekehrt. 15

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.