Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Landwirtschaftliche Kolonisation in Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Grundstück und Haus erwerben und teils durch Gemüsebau, Geflügelzucht und Milchwirtschaft, teils durch Lohnarbeit sich und seiner Familie den Unterhalt sichern. Er kann auch auf Nationalfondsboden als Pächter angesiedelt werden, wobei er sich das Inventar auf eigene Rechnung anschafft und nur für Boden und Haus festen Pachtzins zahlt, oder er kann schliesslich als Mitglied einer landwirtschaftlichen Genossenschaft seine Existenz sich sichern. Gerade für die Besiedlung von Arbeitern kann die Palestine Land Development Company, die als Kolon sationsgesellschaft keine philantropischen Ziele verfolgt, verschiedene Systeme erproben und in Anwendung bringen, um das Richtige festzustellen, wenn sie überhaupt die Möglic keit hat, Boden zu kaufen, zu parzellieren, wirtschaftliche Betriebe einzurichten und zu leiten. Tüchtige und erprobte Arbeiter können insbesondere als Pioniere für neu einzurichtende Betriebe und Kolonien verwendet werden, wofür ihnen grössere materielle Vorteile zufallen könnten, insbesondere Land teils in Pacht, teils in kleinerem Umfange als Eigentum zugewiesen werden sollte. Nur auf einem tüchtigen Arbeiterstamm, wie er zum Teile jetzt schon in Galiläa vorhanden ist, gestützt kann die Palestine Land Development Company Kolonisatioesaufgaben im weiteren Umfange lö-en und beweisen, da!3 in Palästina und nur in Palästina eine Rückkehr der Juden zur Landwirtschaft möglich ist. Deshalb werden auch alle diejenigen, welche für die Ueberführung der Juden zur Landwirtschaft eintieten, für die palästinensische Kolonisation Interesse haben. Auch die JCA, welche neben Baron Rothschild das Meiste für die Kolonisation Palästinas geleistet hat, jetzt aber von Palästina sich zurückzuziehen wünscht, wird in der Ueberzeugung, dass nur in Palästin* sich jüdische L ndwirte erziehen lassen, ihre Arbeit hier hoffentlich nicht aufgeben. Kineret. Von Dr. Eugen Katz, Hannover. Es war Ende März des vorigen Jahres, als ich morgens mit einem Freunde aus Haifa das Städtchen Tiberias verließ, um einige Kolonien im unteren Galiläa aufzusuchen. Mühsam arbeiteten sich unsere tapferen, kleinen Pferde durch den Lehm, der infolge beinahe tropischer Regengüsse unergründlich geworden war — eine Bodenverfassung, die hier für den Landwirt erfreulicher ist als für den Reisenden. In den wenigen Augenblicken aber, wo der himmlische Wasserfall anssetzte, boten sich dem Auge fast märchenhaft schöne Ausblicke. Jenseits der stillen Flut des Sees Genezareth liegen die Vorberge des Djolan, die teilweise noch bewaldet sind, in blauem Duft, die Höhen aber, die auf unserer Seite sanft gegen den See abfallen, sind mit einem unabsehbaren Teppich wür- 11