Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Eine Palästina-Ausstellung in London [Nachricht]
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 314 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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— 314 — Eine Palästina=Ausstellung in London. In der Agricultural Hall in London fand eine durch den Bischof von London eröffnete Ausstellung „Palästina in London" statt. Es handelte sich hierbei um eine realistische Darstellung Jerusalems und Palästinas zurZeit Christi. Die Ausstellung zeigte denkwürdige Gebäude, den Tempel, den römischen Gerichtshof, den Hof und Palast von Pontius Pilatus, das Grab Christi und vieles andere, ferner Szenen aus dem Leben des Volks der damaligen Zeit. Der Realismus ging so weit, daß mit zwei aus Palästina eingeführten Ochsen ein primitiver Pflug, wie er damals im Gebrauch war,, von einer Frau geführt wurde. Die Ausstellung ist von dem Reverend Samuel Shore veranstaltet worden, der, selbst ein Jude, nunmehr der anglikanischen Kirche angehört und an der Spitze der „Londoner Gesellschaft zur Verbreitung des Christentums unter den Juden" steht. Maletto=Rinde für Gerbzwecke* Seit einigen Jahren wird unter dem Namen Austral-Binde Australische Gerb rinde) oder Maletto-Rinde ein neues Gerbmaterial von ungewöhnlicher Ausgiebigkeit auf den Markt gebracht, das für Palästina sofern von Interresse ist als die klimatischen Verhältnisse der Heimat dieser Rinde wohl den Schluß zulassen, daß es auch in Palästina angebracht werden könnte. — Der Maletto-Baum ist eine Eucalyptus-Art (Eucalyptus occidentalis) und man unterscheidet drei Arten, in deren Rinden die folgenden Mengen von Gerbstoff gefunden wurden: Gewöhnliche Maletto . . 44,5 % Gerbstoff. Silber- Maletto ..... 34,5 „ Schwarze Maletto .... 39,3 . Um die Bedeutung dieser Ziffern zu illustrieren, sei darauf hingewiesen, daß acht andere vielbenutzte australische Gerbrinden nur zwischen 8,73 und 19,8 % (maximum!)'aufweisen. Dazu kommt noch, daß die Lösung des Gerbstoffs der Maletto- Rinde außerordentlich leicht vor sich geht und zwar werden 90—95 % des Gerbstoffgehaltes durch Auslaugen im kalten Wasser gewonnen. Mit Recht betonen daher Fachleute, daß dieser neue Gerbstoff das kräftigste Material sei, das ihnen je durch die Hände gegangen sei. Die Mengen des mit dem Erscheinen auf dem Markte gewonnenen Materials sind ebenfalls bedeutend im Steigen begriffen. Es wurden exportiert im Jahre 1905: 500—600 Tonnen. 1906: 4000—5000 1907: ca. 50000 . „ Die gewaltige Ziffer pro 1907 erstreckt sich noch nicht eigentlich auf exportierte, sondern zunächst auf g esammelte und getrocknete Ware. Da der Maletto-Baum, soweit vorläufig festgestellt werden konnte, nur in einem bestimmten Gebiet West-Australiens vorkommt, so ist es ganz möglich, daß bei fortgesetzter Entnahme so großer Mengen bald nicht mehr viel übrig bleiben wird, doch ist man der Meinung, daß systematischer und rationeller Anbau auch von neuen Pflanzungen in ganz kurzer Zeit gute Erträge würde liefern können, und es dürfte wohl der Mühe lohnen, es mit der