Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Anbau von Papyrus in Ägypten [Nachricht]
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 313 (sequence 2)
- Language
- German
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- 313 — vom nächsten Frühjahr an beginnend, 100,000 Tonnen der rohen Papyruspflanze zu versenden. Diese soll in britischen Fabriken zu Stoff umgewandelt, später soll eine Fabrik an Ort und Stelle erbaut werden. Die Stoffausbeute der Papyruspflanze ist erheblich größer als die von Esparto, dabei ist die Faser außergewöhnlich fest. Baumwollkultur auf Cypern. Der Anbau und auch die Produktion von Baumwolle auf dieser Insel hatte in früheren Zeiten einen weit bedeutenderen Umfang aufzuweisen als jetzt. Während sich die Baumwollausfuhr Cyperns unter der venetianisehen Herrschaft auf ungefähr 15 Millionen und noch Mitte des vorigen Jahrhunderts auf iy2 Millionen englische Pfund pro Jahr belief, schwankte dieselbe in den letzten Jahren zwischen 300 000 und 800 000 Pfund jährlich. Die heutige Baumwollkultur auf Cypern beschränkt sich hauptsächlich auf die Umgegend von Kythräa, wo die Anpflanzungen auf bewässertem Boden erfolgen. Auch in Messaoria und Carpas wird, falls im Winter und Frühjahr genügend Regen -gefallen ist, Baumwolle in größerem Umfange angepflanzt. Die Feuchtigkeit pflegt, wenn der Boden tief umgepflügt wird, den Sommer über sich im Erdreich zu halten, und mit der Aussaat wird dann gewöhnlich im Mai begonnen. Die Kulturen auf unbewässertem Boden fallen jedoch recht ungleich aus und geben meist nur eine Ernte niederer Qualität. Das Produkt wird als sogenannte trockene Baumwolle bezeichnet und stellt sich im Preise ungefähr 10°/0 billiger als die auf bewässertem Boden gewonnene Baumwolle. Das auf Cypern in den erstgenannten Ortschaften mit künstlicher Bewässerung erzielte Produkt wird in Marseille als erstklassige Baum* wolle behandelt und rangiert der Qualität nach hinter der ägyptiseken jumel-Baumwolle. Zur Aussaat wird jetzt fast ausschließlich Samen der amerikanischen Baumwolle (Gossypium barbadense) verwendet. Die Anpflanzung der ursprünglich hier kultivierten Baumwollenart (Gossypium herbacaeum) liefert eine Qualität dritten oder noch niederen Grades. Die Baumwollpflanze hat auf Cypern einen perennierenden Charakter angenommen. Besonders auf bewässertem Boden läßt man dieselbe mit Vorteil zwei bis drei Jahre stehn, da der Ertrag im zweiten Jahre erheblich ergiebiger ist. Ein bewässertes Feld von ungefähr 1/2 Acre liefert bis zu 250 Oka nicht ent* körnter Baumwolle. Der Durchschnitt stellt sich allerdings nur auf 120 Oka (= 3 cwts.). Von den Produzenten wird die noch nicht entkörnte Baumwolle zu 2 1/2 bis 3 Piaster pro Oka auf den heimischen Märkten verkauft, um in entkörntem Zustande nach Larnaca gesandt zu werden, von wo sie in Ballen zum Export kommt. Die Ausfuhr richtet sich ausschließlich nach Marseille, Triest, dem Pyräus und Patras. Marseille ist der größte Abnehmer. Nach Triest gelangt der größte Teil der zweitklassigen in Massaoria und Carpas kultivierten Baumwollsorten. Die Versendungen nach dem Pyräus und Patras sind nur gering. (Nach einer englischen Parlamentsvorlage, betreffend die Landwirtschaft auf Cypern.) Extraktion von Olivenöl. Der Marquis von Acapulco verwendet zur Gewinnung des Öles aus Oliven •ein Vacuum. Die Oliven werden in einem eisernen, zylinderförmigen, horizontal liegenden Apparat zu Brei zerquetscht, wobei die Kerne heil bleiben. Hiernach fallen sie auf einen Sabboden. Der ganze Apparat wird nun evakuiert und hierbei fließen etwa 40% des Öles aus. Der Rest wird auf die gleiche Weise durch Zulassen von zuerst kaltem, dann heißem Wasser und endlich Dampf gewonnen. (Chem. Revue 1907 Heft 5. S. 121.)