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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 302

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Deutschland und England im Orient [Nachricht]
Date
1907-09-01
Page
Seite 302 (sequence 2)
Language
German
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— 302 — kolonisatorische Arbeit angestrebt werden soll, der allerdings naturgemäß ein spekulatives Moment nicht ganz abgehen kann. Weitere deutsche Unternehmungen dort sind u. a. der Hafen Haidar-Pascha, der Kopfstation der Anatolischen Bahn, die Kontrolle über die Mersina-Adana-Eisenbahn, Baumwollanpflanzungen in der Ebene von Adana, die Ühernahme des Baues einer Brücke über das Goldene Horn, die Kabellegung von Konstanza durch das Schwarze Meer nach Konstantinopel. Bei all -diesen Unternehmungen hat England keine nennenswerten Schwierigkeiten gemacht. Plötzlich große Aufregung, weil wir, veranlaßt durch unseren Warenverkehr nach -den Ländern des Orients, eine deutsche Bank, die „Deutsche Orientbank", gegründet haben. Hierdurch, so fürchtet der „Standard"-Vertreter, werde die wirtschaftliche Suprematie Englands untergraben werden! — Jeder deutsche Kaufmann, der im Orient nur kurze Zeit gelebt, wird die Gründung einer deutschen Bank daselbst als durchaus notwendig erkannt haben. Unsere Bundesgenossen Österreich und Italien, ferner Frankreich, England und Griechenland haben schon vor langer Zeit dort derartige Institute ins Leben gerufen. Warum nun soll es gleich Animosität gegen England sein, wenn Deutschland das gleiche tut? Wir wollten uns eben mit dem Inkassogeschäft für die Lieferungen unserer Waren von den fremden Banken emanzipieren. und diesen Wunsch müßte jeder begreifen, besonders ein so guter Kaufmann wie der Engländer. England-Ägypten auf der Sinai-Halbinsel. Nachdem die Besitz- und Grenzverhältnisse auf der Sinai-Halbinsel die Ursache zu dem bekannten Zusammenstoße zwischen der britisch-ägyptischen und der türkischen Regierung abgegeben haben, scheint man sich von Ägypten aus mehr um diesen bisher vernachlässigten Reichsteil kümmern zu wollen. Soeben ist Naum Bey Tschukehr vom ägyptischen Kriegsministerium aus Nakhl an der Sinai-Grenze von seiner Nission zurückgekehrt, die dem Studium der Verwaltung der Halbinsel galt. Diese war bisher geteilt. Der nördliche Teil (mit dem ezirke von El-Ariste), unterstand dem Ministerium des Innern, Mitte und Süden dem Kriegsamte. Alle Scheiks an der Grenze legen jetzt großen Wert darauf, daß eine anerkannte amtliche Persönlichkeit zur Stelle ist, der sie ihre kleineren Streitigkeiten unterbreiten können. Solche kommen oft vor, und werden sie nicht sogleich geschlichtet, so führen sie oft zu ernsten Unruhen und Blutvergießen. Es ist nun entschieden worden, daß die ganze Halbinsel dem Kriegsamte unterstellt wird. Ein englischer Offizier des ägyptischen Heeres wird Mudir und Kommandant. Nakhl wird sein Hauptquartier. Ägyptische Nastirs werden an verschiedenen Plätzen der Sinai-Halbinsel eingesetzt; auch soll ein englischer Inspektor eingesetzt werden, dessen Amtssitz, El-Arish wird. Fürs laufende Jahr wird das alte Verwaltungssystem noch beibehalten; nur will man unverzüglich Fühlung mit den Araberstämmen in den entfernteren Teilen der Halbinsel suchen und sie in irgend welcher Form unter Kontrolle bringen. Schon für das laufende Jahr sind 7000 ägyptische Pfund für die Kosten der in Aussicht genommenen Veränderungen bereitgestellt worden. (Hamburger Nachrichten vom 1. V. 07.) Brchäologlschg forschunggn. Über die Ausgrabungen in Gezer Abu Shusheh —, die Macalister für den Palestine Exploration Fund 1902 begonnen, bis 1905 fortgesetzt und dann zu Beginn dieses

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