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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 298

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Die finanzielle Lage in Ägypten [Nachricht]
Date
1907-09-01
Page
Seite 298 (sequence 2)
Language
German
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— 298 — 'Land hereingebrochen sei, die indessen aller Voraussicht nach einen lokalen Charakter bewahren und eine dauernde Schädigung des Landeswohlstandes nicht nach sich -ziehen werde. Insbesondere mit Bezug auf den Außenhandel des Landes wird aus* geführt, daß zunächst wohl der Import einen gewissen Rückschlag erleiden werde, und daß die sehr hohen Einfuhrziffern des Vorjahres vorläufig wohl nicht wieder erreicht werden würden, daß deswegen aber die fremden Fabrikanten keine ernsthaften Besorgnisse zu haben brauchten; sie sollten bei Neubestellungen in der Kredit' .gewährung recht vorsichtig sein, aber bei schon .hierher gelieferten Waren in der gegenwärtigen schweren Zeit nicht zu rigoros auf Innehaltung der Zahlungsfristen bestehen. Politisches. Persisch=türkischer Konflikt. Die Nachrichten über den neuesten Grenzkonflikt zwischen P e r s i e n und der Türkei lauten sehr widersprechend. Nach der amtlichen türkischen Darstellung haben armenische Banden seit längerer Zeit. aus Persien Einfälle in türkisches Gebiet gemacht, ohne dass die persische Regierung Massregeln getroffen hätte, diesen Einfällen ein Ende zu setzen. So sei die türkische Regierung gezwungen gewesen, von sich aus eine militärische Aktion zu unternehmen, um die Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Von persischer Seite Wird dagegen versichert, dass ein völlig unberechtigter Angriff türkischer Truppen erfolgt sei. Djr persische General Saltona sei mit 1200 Mann nach Tuli in der Nähe von Mergowa abgesandt worden, um die Mörder eines amerikanischen Missionars zu verhaften. Während nun die Perser bei Tuli lagerten, habe der kommandierende Offizier von dem Befehlshaber der in der Nähe befindlichen türkischen Truppen den Befehl erhalten, das Lager innerhalb drei Stunden zu räumen, und obgleich der persische Offizier um Ausdehnung dieser Frist gebeten habe, damit er mit seiner Regierung in Verkehr treten könne, hätten die Türken das Lager mit Artillerie beschossen und die Räumung erzwungen. Die Grenzstreitigkeiten zwischen Persien und der Türkei reichen weit über 100 Jahre zurück. Das ganze, über 1500 km vom persischen Golfe bis zum Ararat im Kaukasus sich erstreckende Grenzgebiet zwischen den beiden Staaten war hauptsächlich von Nomaden bewohnt, die keine Grenzordnung respektierten. Im Jahre 1823 kam ein wirklicher Vertrag zustande, der von neuem bestimmte, dass die im Januar 1741 festgelegte Grenze von beiden Staaten anerkannt und auf das strengste beachtet werden solle. Trotzdem hörten die Streitigkeiten nicht auf, so dass England und Russland sich zu einer Einmischung veranlasst sahen. Infolgedessen kam es am 31. Mai 1847 zu einem neuen Vertrage, doch wurde auch durch diesen nichts in den tatsächlichen Verhältnissen geändert. Es wurden Kommissionen ernannt, aber keine der Parteien wollte etwas von ihren Ansprüchen aufgeben und, erst die Arbeiten einer englisch-persisch'russischtürkischen Kommission, die von 1851 bis 1857 die Grenze bereiste und •dann in weiteren acht Jahren eine Karte ausarbeitete, brachten insofern «eine Besserung, als das strittige Gebiet auf eine Strecke von 50 km beschränkt

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