Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Wirtschaftlicher Aufschwung in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 285 (sequence 2)
- Language
- German
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- Beirut 2× ep/1047833
- Haifa 2× ep/1047930
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— 285 — der Umsatz des letzten Jahres (1906) eine erheblich bedeutende Steigerung, und dank der Bevölkerungszunahme, dem Wachstum des Fremdenverkehrs und der Erschließung des Landes durch neue Verkehrswege wie Fahrstraßen und Eisenbahnen darf auch in Zukunft mit einer ganz wesentlichen Weiterentwicklung von Handel, Industrie und Verkehr gerechnet werden. Während z. B. im Jahre 1905 die Ausfuhr Jaffas auf 7400 000 M., die Einfuhr auf 9280000 Ii. veranschlagt wurde, lauten die bezüglichen Werte für das letztverflossene Jahr auf 10 000 000 bezw. auf 13200 000 M. Der Gesamtumsatz hat sich also für Jaffa von 16680 000 M. auf 23 200000 M., d. h, um 40 pZt. gehoben! Dabei geht nach allgemeiner Annahme der auswärtige Handel Palästinas etwa zu 40 pZt. über Jaffa; in den Rest teilen sich neben dem syrischen Hafenplatz Beirut die palästinischen Küstenstädte Gaza, Haifa und Akko. Von ihnen hat Gaza fast ausschließlich für die Gerstenausfuhr Bedeutung, dagegen überflügelt Haifa neuestens das benachbarte Akko ganz bedeutend und wird sich zu einem rapide aufblühenden Handelsplatz entwickeln, weil sich zu der trefflichen Molenanlage seit August 1906 vorzügliche Anschlüsse an die Mekkabahn gestellt haben. Obwohl die Haifa-Damaskus Bahn um 100 km länger ist als die französische Linie Beirut' Damaskus, so steht dennoch infolge der niedrigen Frachtsätze der neuen Linie und der hohen Hafengebühren in Beirut eine starke Ablenkung des Damaskushandels zu erwarten. Bisher versorgte Haifa Galiläa und den von der Haifa-Bahn erschlossenen Teil des Hauran, der Kornkammer Syriens. Eine offizielle Handelsstatistik für den türkischen Orient ist nach wie vor ein frommer Wunsch. Wohl aber lässt sich die aufsteigende Entwicklung des Handels mit anderweitigen Unterlagen zuverlässig belegen. Die Einnahmen des türkischen Zollamts zu Jaffa haben sich z. B. in den letzten zwanzig Jahren (1885—1905) von 160 000 Ii. auf 800 000 lik. gesteigert. Vor 1887 umfaßte das Zollhaus nur 10 qm nebst einem kleinen Lagerraum. Dann wurde ein neues Gebäude von 100 m Länge und 20 m Breite aufgeführt; aber weil es sich bald ebenfalls als unzureichend und unbequem erwies, wie jeder Palästinareisende am eigenen Leibe erfahren hat, so liegen bereits seit Jahren neue Pläne betreffs Verlegung und Vergrösserung zur Genehmigung in Konstantinopel. Inzwischen ist zu Anfang dieses Jahres (1907) wenigstens ein beträchtlicher Anbau beschafft und mit einem besonderen Personenausgang auch ein kleines Pier angelegt worden. Ein zuverlässigeres Bild des Handels und Verkehrs in Palästina geben die Handelsberichte des deutschen und englischen Konsulats. Allerdings sind ihre Angaben selten und weichen oft nicht unerheblich von einander ab, da sie mangels einer offiziellen Statistik auf Erkundigungen bei den Kaufleuten der Hafenplätze angewiesen sind; aber um so größere Gewähr dürften dafür diejenigen schätzungsweise gemachten Angaben bieten, in denen die beiderseitigen Konsulatsberichte, sei es zahlenmäßig, sei es in Beurteilung der Tendenz der Konjunktur übereinstimmen. Da ergibt sich nun aus einem Vergleich der neuesten Aufnahmen über Aus- und Einfuhrwerte, daß der alte Palästina-Handelsgrundsatz: Ausfuhr-Einfuhr wesentlich zu gunsten des zweiten Faktors durchbrochen ist. Diese Steigerung der Einfuhr steht neben der gesteigerten Kaufkraft des Landes, die sich wieder als eine Folge der gehobenen Produktionskraft und der wirtschaftlichen Erschließung darstellt, wesentlich mit dem Anschwellen des Fremdenverkehrs in Zusammenhang, den man heute bis auf 50 000 Fremde im Jahr veranschlagt. Durch ihn wird ein Teil der ebenfalls gewachsenen Produktion im Lande selbst verbraucht und andererseits werden für ihn viele Bedürfnisartikel von auswärts eingeführt» Ein Bild des Jaffaer