Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Das Odessaer Palästina-Komitee [Nachricht]
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 274 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379797-2379803-2381634--01288-2381776- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 274 — Gesellschaft für billigen Kredit gegründet, zu deren Grundkapital das Komitee 50 000 Fr. beigetragen hat. Die schwierigen Bedingungen, auf die die neuen Ansiedler der Städte und Dörfer Palästinas stoßen, führen oft dazu, daß man ihnen neben Anleitung und Informationen auch noch Geldunterstützung gewähren muß. Während aber das Komitee derartige Unterstützung einzelner Personen als unzweckmäßig unwiderruflich abgelehnt hat, hat es sich für das System der Unterstützung von Organisationen und Institutionen entschlossen, welchen dadurch die Möglichkeit geboten wird, sich zu befestigen und zu entwickeln. Im verflossenen Jahre bezog die jüdische Bevölkerung der Städte Jaffa und Ramleh und der Kolonien Chederah, Kastinie und Artuf vom Komitee Subsiclien für verschiedene gemeinnützige Zwecke, so z. B. für die Besoldung und Unterhaltung eines Arztes, eines Arztgehilfen, eines Krankenhauses, einiger Schochtim, einer Volksküche, ferner für Grenzschutz, Entrichtung von Steuern, Führung eines Gerichtsprozesses wegen Grenzstreitigkeiten mit Arabern und clergl. mehr. Der Organisation der jüdischen Arbeiter kam das Komitee durch Assignierung von Fr. 25 000 zwecks Errichtung bilHger Wohnungen zu Hilfe. Gegenwärtig wird bereits in den Kolonien Wad-el-Chanin und Kechoboth an den Bau dieser Wohnhäuser geschritten. Seine besondere Aufmerksamkeit wandte das Komitee der Erziehung des heranwachsenden Geschlechts in Palästina zu. In der zuversichtlichen Hoffnung, in nächster Zukunft auf palästinensischem Boden ein neues, junges, physisch und moralisch gesundes Element vor sich zu haben, welches seinem Volke, seinem Lande und seiner Sprache ergeben ist, die Arbeit und Unabhängigkeit liebt und mit allgemeinen Kenntnissen in genügendem Maße ausgestattet ist, um den Kampf um das unabhängige Dasein mit Würde und Erfolg zu führen — widmete das Komitee einen beträchtlichen Teil seines Budgets dem Schul- und Erziehungswesen. Die siebenklassige Mädchenschule in Jaffa, die von ca. 300 Schülerinnen besucht wird, war Gegenstand der besonderen ' Fürsorge des Komitees. Diese Schule kam dem Komitee im Berichtsjahre auf beinahe Fr. 20000 zu stehen. In demselben Jahre ging das Komitee an die Errichtung eines eigenen Gebäudes für die Schule; das Gebäude wird, abgesehen vom Bauplatze (ca. 5000 Quadratmeter im Zentrum der Stadt) einen Kostenaufwand von Fr. 50 000 erfordern, dessen größeren Teil das, Ehrenmitglied unserer Gesellschaft, Herr J. Feinberg, gespendet hat. Auf diesem Gebiete erhielten noch vom Komitee in größerem Umfange Unterstützungen die folgenden Institute: In Jaffa: Schule für die Emigrantenkinder, Kurse für arabische Sprache, hebräisches Gymnasium, Bibliothek, Kindergarten; in