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Palästina · 1907-09-01 · Heft 9-12 (September 1907) · p. Seite 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 9-12 (September 1907)
Article
Die nationale Arbeiterfrage in Palästina
Date
1907-09-01
Page
Seite 259 (sequence 2)
Language
German
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— 259 — Im nächsten Jahre, 1898, gründete Baron Rothschild die Kolonie Metula aus Arbeiterfamilien und Kolonistensöhnen. Hier wurden sie mit reichlicheren Mitteln versehen, als in Kastinie. Trotzdem bewährte sich das Prinzip der Arbeiterinstallierung nicht. Der Verein Esra baute im Jahre 1897 in der Nähe der Kolonie Rechoboth 5 Häuser und vergab sie an seine in Rechoboth beschäftigten Arbeiter. Ausserdem erhielten die Arbeiter noch je 10 Dunam Land. So sollten Halbkolonisten herangezogen werden. Von diesen gelang es jedoch nur einem aus eigenen Ersparnissen Land anzukaufen. Im Jahre 1900 hat die J. C. A. (Jewish Colonization Association) nogh eine Auslese unter den jüdischen Arbeitern Palästinas getroffen, indem sie ungefähr 100 jüdischen Arbeitern, meistens Familienvätern, zur Auswanderung behilflich war, und grosse Reisekosten für 5—8 köpfige Familien (ungefähr 1600 Fr.) für die Reise nach Australien bewilligte. Die Geschäftsführer der J. C. A. sahen leider nicht ein, wie nützlich für diese Arbeiter diese 200000 Frs. übersteigende Summe sich in Palästina hätte verwenden lassen. Alle diese Aktionen trugen dazu bei, dass die Zahl der jüdischen Arbeiter in den Kolonien nur wenig zunahm, im •Gegensatz zu den arabischen Arbeitern, von denen jetzt wohl weniger als 6000 in allen jüdischen Kolonien beschäftigt sind. In einer Kolonie Petach-Tikwa allein arbeiten schon 1500 Araber. Also jeder jüdische Kolonist ernährt im Durchschnitt 3 arabische Familien. In den jüdischen Kolonien ist •dagegen kein bedeutender Zuwachs an durch Arbeit sich ernährenden Familien festzustellen, kein Zuwachs von Gewerben und Produktionen, die durch eine natürliche Vermehrung von verschiedenen Volksschichten bedingt sind. Jetzt werden sich die Kolonien mehr und mehr dem Orangenbau widmen, dessen Anlage sehr teuer ist, ungefähr 700—800 Francs pro Dunam. Das ganze Geld wird für Arbeitslohn verausgabt, sodass wiederum $0°/0 der Kolonisationskosten in die Hände der Araber kommen werden. Viele jüdische junge Leute aus Russland wurden auf den Übelstand aufmerksam gemacht und wanderten nach Palästina aus, um dort als Landarbeiter tätig zu sein. Sie fanden nur wenig Kolonisten, welche aus nationalem und richtigem -ökonomischen Verständnis sich bereit erklärt haben, 20% mehr Arbeitslohn zu zahlen, um die jüdischen Arbeiter zu beschäftigen. Es waren dies zumeist weniger Bemittelte. Die grösseren

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