Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Der achte Kongress
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 222 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 222 — Dieser Zustand hat sich in den letzten drei Jahren gründlich geändert. So ist denn die reale Arbeit in Palästina, an der jetzt so viele Zionisten mitzuwirken sich berufen fühlen, nicht nur die richtigere Methode, da die exklusiv diplomatische als zum Ziele führend sich nicht erwiesen hat, sondern auch zunächst das wichtigste Mittel zur Erweckung des Volkes.. Dies mögen jene schätzbaren Persönlichkeiten in unserer Partei einsehen, die, weil sie so lange Herzls gross^ügigen Plänen folgten, sich mit dem gegenwärtigen Zustand nicht ganz versöhnen können. Gänzlich bedeutungslos sind hingegen die Mahn- und Klagerufe jener ewigen Neinsager, die plötzlich als Verfechter des „grosszügigen Ideals'4, des politischen Zionismus auftreten, da jetzt eine andere positive Richtung eingeschlagen wurde, die aber ebenso bitter ihm gegenüberstanden, solange er volle Geltung hatte. Es ist gut, dass trotz der entschiedenen Palästinarichtung des letzten Kongresses verhältnismässig wenige konkrete Beschlüsse inbezug auf die eigentliche Arbeit gefasst wurden. Es muss zugestanden werden, dass hier die Leistungsfähigkeit des Kongresses versagt. Bedenken wir, wie wenige Delegierte sachverständig über Palästinaarbeit zu sprechen imstande sind. Bedenken wir, wie wenige Palästina persönlich besucht haben, — und auch ein kürzerer oder längerer Besuch in Palästina gibt noch nicht einem jeden den Charakter eines Palästina-Sachverständigen! Es ist richtig, dass sich der Kongress damit begnügt hat, nur was wir wünschen, klar zu legen. Wir wollen eine systematische, besonnene Arbeit unverzüglich aufnehmen. In dieser Hinsicht ist der Beschluss, ein Institut für langjährige Bodenkredite in Palästina ohne Verzug ins Leben zu rufen, von. weittragendster Bedeutung. In diesem Beschluss, kam auch die gegenwärtig in der Partei« vorherrschende Ansicht zum Ausdruck, dass die zionistischen Fonds und Finanzinstitute nur die Bestimmung haben, unsere Arbeiten zu fördern und unser Ansehen zu stärken. Selbstverständlich muss die Verwendung dieser Kapitalien von den allerstrengsten Vorsichtsmassregeln geleitet, ihre Sicherheit niemals ernst aufs Spiel gesetzt werden,, aber sie sind nicht dazu bestimmt, unproduktiv angelegt und zu unantastbaren Schätzen für unabsehbare Zukunft angehäuft zu werden. Neben diesem Beschlüsse ist die bessere Fundierung und Organisierung der Palästinaarbeit von.