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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 219

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Touristenverkehr in Jerusalem [Nachricht]
Date
1907-06-01
Page
Seite 219 (sequence 2)
Language
German
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— 219 — fehlen nie und bleiben gewöhnlich monatelang. Die Russen sind immer zu Tausenden hier. Ungefähr ihrer 2000 haben dem griechischen Weihnachtsfest (an unserem Dreikönigenfeste) in Bethlehem beigewohnt, und für die nächste Zeit sollen, mit der Grossfürstin Sergius an der Spitze, eine grosse Anzahl Adeliger und viele Bauern eintreffen. Heute sah ich einige hundert Cyprioten vom Bahnhof in die Stadt ziehen. Demnächst werden wir 20 Offiziere und 40 Mann des österreichischen Geschwaders, eine österreichisch-deutschländische Naturforschergesellschaft und bald darauf die vom Kölner Palästinaverein veranstaltete Karawane bei uns zu begrüben haben. .Die Habsburg des österreichischen Lloyd brachte auf ihrer Mitteimeerfahrt eine grosse vornehme Gesellschaft, darunter Mitglieder des hohen österreichischen Adels. Der Meteor brachte hauptsächlich deutsche Touristen, Amerikaner, Mexikaner und Spanier waren bereits in kleineren Gruppen hier, andere sollen noch kommen. Die Engländer waren schon wiederholt in Gesellschaften oder als Einzelreisende sehr zahlreich, bis zu Gruppen von mehreren Hunderten. Italiener und, wie alljährlich mehrmals, Franzosen und 500 Böhmen und Mähren, zwei bayrische Pilgerzüge Ende Juli und Mitte August, dazwischen eine ungarische Karawane und schliesslich eine polnische sind angesagt, nicht zu gedenken, der vielen kleineren Gruppen, die niemals fehlen. Mit der grösseren Sicherheit und Bequemlichkeit kommen auch die Landreisen durch Samaria und Galiläa und ins Ostjordanland immer mehr in Aufnahme. Regelmässig werden solche jährlich mehrmals von der Ecole Biblique der Dominikaner und vom Deutschen evang. Institut für Archäologie hauptsächlich zu Studienzwecken veranstaltet. Die Ostdeutsche Korr." schildert folgendermaßen die Entstehung einer deutschen Ansiedlung in den Ostmarken. Auf jedem Gut legt die Ansiedlungskommission einige Pachtstellen aus, die von ihr vollkommen ausgebaut und zunächst auf 12 Jahre verpachtet werden. Der Vertrag sieht die allmähliche Ansammlung eines Kapitals vor, das dem Pächter die Möglichkeit gibt, nach Ablauf der Pachtperiode die Stelle zu eigen zu erwerben. Zunächst braucht er nur über soviel Mittel zu verfügen, um die Pachtsicherheit zu stellen, das lebende und tote Inventar zu beschaffen und einige Notgroschen in der Hand zu behalten. Er erhält eine Ernte überwiesen und ein ,,Freijahr", so daß ihm schon das erste Jahr seines Besitz soviel abwerfen muß, daß er gegen etwaige Rückschläge gesichert ist. Zwei- bis dreitausend Mark genügen zur Übernahme solcher Stellen. Mit größeren Schwierigkeiten hat der Renten-Ansiedler zu kämpfen, der die Stelle zu Eigentum erwirbt. Er übernimmt entweder alte Gutsgebäude oder Teile von solchen, die ihm nach dem Werte überlassen werden, die sie für seine Stelle haben, oder baut ,,auf grünem Rasen" auf. Bauholz, Steine, Sand und Lehm hat ihm der Gutsverwalter angefahren, aber es gibt einen schweren Sommer, bis alles glücklich unter Dach ist. Und doch, mit welcher Liebe und Lust wird das neue eigne Heim nach eignen Plänen geschaffen, wie leuchten die Augen, und mit welcher Freude wird dem Beamten der Ansiedlungskommission, der sich erkundigen Kommt und seine Leute kennen lernen will, gezeigt, wie alles geplant ist und werden soll. Zuerst wird der Brunnen gegraben oder gebohrt, in einiger Entfernung stehen vielleicht ein paar Bienenstöcke dort, wo der Garten entstehen soll. Dann kommt zuerst der Stall, die Scheune und zuletzt das Wohnhaus an die Reihe. So entsteht

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