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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
In der letzten Hauptversammlung der Deutschen Orient-Gesellschaft [Nachricht]
Date
1907-06-01
Page
Seite 217 (sequence 2)
Language
German
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217 — liat die Fortführung der Ausgrabungen auf dem Pyramidenfelde von Abusir-er-Ricah bei Kairo über Erwarten gute Resultate ergeben, und eine Anzahl großer, sehr feiner Reliefs werden eine Zierde unserer Museen bilden. Die Ausgrabungen bei Tel-el- Amarna in den Ruinen der Stadt des Königs Amenophis IV. haben, wie Professor Ermann berichtete, außergewöhnlich interessante Funde gezeitigt, so die Berichte der Stadthalter von Palästina und Syrien, babylonische Keilschriften usw., die eine Umwälzung in der geschichtlichen Anschauung herbeigeführt haben. Die Ausgrabungen werden fortgesetzt. Hagelschlag in Palästina. „Die Welt" bringt in Nr. 25 aus Safed die Nachricht von einem Hagelschlag von ungeheurer Größe, der sich im Laufe einer Woche daselbst zweimal widerholte. Die Hagelschlossen erreichten die Größe eines Hühnereies. Das Unwetter dauerte jedesmal eine halbe Stunde und war mit Gewitter und Sturm verbunden. Im Dorfe Apdecha am Genezarethsee wütete ein noch heftigerer Hagelschlag, der IV2 Stunden dauerte. Es fielen Eisstücke im Gewichte von zwei Pfund! Der Hagel hat einen ungeheuren Schaden angerichtet. Sehr viel Vieh wurde auf dem Felde getötet. Bäume wurden entwurzelt, Häuser zerstört. Hierzu hat auf unsere Anfrage unser gesch. Mitarbeiter, Herr Professor Blanckenhorn, die Liebenswürdigkeit, Folgendes zu bemerken: Leider fehlt in dieser Notiz jede Zeitangabe, so daß man nicht in der Lage ist, Vergleiche zu ziehen. Doch könnte es sich wohl um die erste Woche des diesjährigen März handeln, aus welcher zwei Hagelfälle in dem Bericht der Jerusalemer Meteorologischen Station des Deutschen Palästina-Vereins seitens des Herrn G. Duck gemeldet wurden. Die Witterungsvorgänge waren dort folgende: Der hohe Luftdruck der zweiten Februarhälfte sank seit dem 23. 2. bis zum 1. 3. und erreichte in der Nacht vom 1.—2. 3. um 3 h. am. sein Minimum (unter 989,9 mm). Der Barograph schrieb von 4 h Nachm. des I. 3. bis zum Mittag des 4. 3. eine zittrige Kurve und stieg der Luftdruck bis zum 5. 3. Mittags auf das Maximum des Monats 705,0 mm. Die Temperatur fiel Anfang Februar bis auf 0,3 °C. Am 1. 3 war der Himmel bedeckt, morgens und mittags wehte S-Wind, gegen Abend trat W-Wind ein, der nachts die Sturm-Stärke 7—8 nach der 10teiligen Skala erreichte; auch fing es an zu regnen. Am 2. März kamen mehrere Regenschauer und abends sah man Wetterleuchten in N.W. In der folgenden Nacht kamen Gewitter und Regen mit Hagel. Nachdem der Luftdruck um ca. 8 mm gestiegen war, trat am 3. März 11 h vormittags ein zweites Minimum ein und fiel wieder Regen, Hagel und Schnee. An Plätzen, wo der Hagel und Schnee vom Winde zusammen getrieben war, konnten die Kinder noch ein paar Schneeballen machen. Die Gesamtmenge der Niederschläge dieser ersten Märztage betrug 84,0 mm, es war die größte Regenmenge eines Wetters in diesem Winter. Der Hagel an sich ist gerade keine seltene Erscheinung im Winter auf den Gebirgen Palästinas. So brachte im Jahre 1906 in Jerusalem der Januar und Februar je zwei Hagelfälle, der März und April je einen. Ungewöhnlich ist aber die oben geschilderte Größe der Hagelschloßen. M. Blanckenhorn.

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