Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Haifa als Hafen der Hedschas-Bahn [Nachricht]
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 205 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
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— 20.) — Medina erreichen werde — vorausgesetzt, daß nicht etwa von Seiten der Araber Schwierigkeiten erwachsen werden. Daß es dann ein dringendes Bedürfnis sein wird, dieser wichtigen Linie einen Hafen zu geben, steht außer Frage. Gegenwärtig gibt es in Haifa eine Steinmole von tS Meter Breite und 420 Meter Länge, auf der drei hydraulische Kräne zum rieben schwerer Lasten, wie z. B. von LokomotiV' kesseln, aufgestellt sind. Sie vermögen 18, 15 und 12 Tons zu heben. Das Eisen* bahnmaterial muß durch Leichter ausgeschifft werden, da der Hafen nicht so tief ausgebaggert ist, daß die Schiffe sich an die Mole legen können. Vorläufig denkt man nun daran, die Mole bis zu S00 Metern zu verlängern und ihr am Ende eine Kurve zu geben, hinter der die Leichter auch bei schwerem Seegange geschützt genug sind, um arbeiten zu können. Die durch den Eisenbahnbau veranlaßte Güter* bewegung im Hafen von Haifa ist recht erheblich. Die Kohleneinfuhr betrug im letzten Jahre 25-30000 Tons. Es war englische Kohle: ein Versuch, auch West* falen an diesen Kohlenlieferungen zu beteiligen, ist nicht geglückt. Ferner ist ein Abschluß auf Lieferung von 14000 Tons Eisenbahnschwellen bis zu Ende Mai gemacht worden, und für 1907 sind sodann noch 5000 Tonnen Schwellen, 20 000 Tonnen Schienen und 12 Lokomotiven bestellt. Für 1908 sollen bereits 50 Lokomotiven und. 150 Waggons in Auftrag gegeben sein. Schienen und Schwellen liefern zumeist belgische, die Lokomotiven in der Mehrzahl deutsche Werke. Die (gleichfalls deutsche) Atlas-Linie bringt sie nach Haifa. HJirtschaftlidies und Politisches. Wirtschaftliche und politische Interessen der europäischen Mächte in der Türkei. Durch die Zeitungen ging jüngst folgende Nachricht: Von dem letzten Vorschusse im Betrage von 200000 Pfund, den die türkische Regierung bei der Ottomanbank aufgenommen hat, hat die Pforte neuerdings G0000 Pfund für den Bedart Macedoniens verwendet, sodass mit den bei der Aufnahme des Vorschusses zu demselben Zwecke abgeschickten 40000 Pfund nunmehr 100000 Pfund für Macedonien verwendet wurden. Das Finanzministerium hat nun die Ottomanbank um einen neuen Vorschuss von 60000 Pfund angegangen, damit es die der Fabrik Krupp schuldigen Rückstände bezahlen könne. Die Ottomanbank hat das Verlangen des Finanzministeriums abgelehnt; es wendete sich nun an die deutsche Orientbank um einen Vorschuss von 300000 Pfund. Die Deutsche Orientbank, der die Dresdner Bank und die Nationalbank nahestehen, hat also das Monopol zum erstenmal durchbrochen, das die Ottomanbank bisher in der Türkei besass. Das ist umso bemerkenswerter, als offenbar der von der Ottomanbank ausgehende Widerstand gegen das Eindringen der Deutschen Orientbank in ihre Geschäftskreise seitens der französischen und englischen Diplomatie Unterstützung gefunden hat. In der Ottomanbank überwiegt der französische Einfluss; und auf Grund der „entente cordiale" zwischen Frankreich und England hat die Londoner Times lebhaft Stimmung dafür gemacht, dass durch ein gemeinsames Vorgehen dieser beiden Länder die Pläne der Deutschen Orientbank durchkreuzt würden. Wenn also trotz dieser Opposition der Deutschen Orientbank der Abschluss des Geschäfts gelang, so beweist dies die Stärke des deutschen Einflusses in der Türkei. —