Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Anglo-Palestine Company und Deutsche Palästina Bank
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 198 (sequence 2)
- Language
- German
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- Hebron 1× ep/1047559
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— 198 — Hier schlägt also die deutsche Bank die jüdische auf der ganzen Linien Selbst wenn man in Betracht zieht, daß die 1906 erst gegründete Filiale Beyrutfo noch nicht rentieren konnte und daß infolge ihres zu geringen bar eingezahlten Kapitals die Anglo Palestine Company mehrere zehntausend Mark an Zinsen an den Trust gezahlt hat, die ihr selbst sonst zu gute gekommen wären, so ist doch der Rohgewinn unverhältnismäßig niedrig. Ebenso sind die Handlungsunkosten reichlich hohe, was schon im Vorjahre Soskin in Altneuland hervorhob. So erfreulich auch die Ausdehnung der Geschäfte und der Einflußsphäre unserer Bank ist, so sehr sie hierin im letzten Jahre die Deutsche Palästina Bank, überflügelt und von dem Aufschwung Palästinas den Hauptnutzen gezogen hat, so notwendig ist doch die Erzielung ausreichender Gewinne. Nur so ist es möglich,. Dividenden zu verteilen, Reserven für kritische Zeiten anzusammeln und den Shares einen breiten Markt im Publikum zu eröffnen. Dr. H. G. Heymann. Agentur der Anglo Palestine Comp, in Hebron, Anfang Mai wurde in Hebron eine Agentur der A. P. C. eingerichtet, und' zwar wurde dieselbe einem dortigen jüdischen Bankgeschäft übertragen. Hebron hat ca. 20 000 Einwohner, worunter ungefähr 1500 Juden (zu 2 Dritteln arabische Juden, der Rest Aschkenasim). Die Bedeutung Hebrons liegt darin, daß es die südlichste größere Stadt des Gebirgslandes von Judäa ist, und daß. infolgedessen der Handel der weiten südlichen Gebiete hierher gravitiert. (Jerusalem liegt 36x/2 tan« nördlich — gute Fahrstraße). Durch die vor einigen Jahren erfolgte Neugründung Beerseba's (ca. 45 km. Luftlinie südwestlich von Hebron), das jetzt Sitz eines Kaimakams ist und 1000 Einwohner zählt, ist dem Handel dieses Südgebiets zwar ein neuer Punkt gegeben worden, der mit Gaza trotz etwas größerer Entfernung durch das hier flacher liegende Land besser verbunden ist als mit Hebron. Aber einerseits ist die Entwicklung eine solche, daß der hierdurch ver* ursachte Ausfall Hebrons durch anderwärtige Fortschritte weit mehr als ausgeglichen wird, und andererseits ist eine Fahrstraße zwischen Beerseba und Hebron im Bau. Bei einigermaßen günstigem Verkehrswesen aber dürfte Hebron einen größeren Teil des Handels vom Süden an sich ziehen als Gaza, insofern als diese Stadt Export' möglichkeit nur in beschränktem Maße besitzt (Schiffe kommen nur im Juli bis September) und seinen eigenen Bedarf aus der näheren Umgebung zieht. Hebron, aber ist wieder ein Durchgangspunkt für den stetig wachsenden Bedarf Jerusalems. Außer einem Handel mit den Beduinen, liegt Hebrons Bedeutung in der Fruchtbarkeit seiner Umgebung (vorzügliche Baumfrüchte: Mandeln und Aprikosen — auch Weintrauben, die von den Arabern zu Rosinen und in kleinerem Maßstabe von den Juden zu Wein verarbeitet werden. Ein Export findet statt in Wolle. Auch die Industrie ist in Hebron vertreten, wenn auch in geringerem Umfange: es werden dort Ziegenfelle zu Wasserschläuchen verarbeitet und aus europäischem Bruchglas kleine Glaswaren umgeschmolzen, wie die gläsernen Armbänder der Beduinen-Frauen (die sonst noch von Gablonz bezogen werden) und ungefüge kleine Flaschen, die manchmal wie „ausgegraben" aussehen. Kredit für Petach=Tikwah. Es verlautet, daß es dieser Kolonie gelungen sei, zwecks Landkaufs und Anlegung weiterer Orangerien, eine größere Anleihe aufzunehmen. Da Agrarkredit