Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 6-8 (Juni 1907)
- Article
- Kiriath Sefer
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 196 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379797-2379802-2381431--01126-2381562- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 196 — jüdischen Bürgern Palästinas erzogen werden. Dazu ist an erster Stelle die gründliche Kenntnis der hebräischen Sprache, die die lebende Muttersprache der Kinder werden soll, notwendig; aus dem Studium der jüdischen Geschichte sollen unsere Nationalhelden, der Leidensweg und die Größe unseres Volkes dem jungen Gemüte naher gebracht werden und dadurch Liebe zum Volke der jungen Generation eingeflößt werden. Jüdische Religionslehre und Geographie Palästinas sollen das engere nationale Erziehungsprogramm vervollständigen. Im übrigen kommen als Unterrichtsgegenstände noch allgemeine Weltgeschichte, Geographie, Mathematik, Naturwissen' Schäften, Gesang, Musik und Zeichnen in Betracht. Von größter Wichtigkeit aber ist die praktische Betätigung der Kinder in Hof, feld und Garten, die nicht nur ihrer Gesundheit zuträglich sein und ihnen die Überzeugung beibringen soU, daß Arbeit die vornehmste Pflicht des Menschen ist, sondern auch einen erheblichen Prozentsatz zu tüchtigen Landwirten erziehen soll. Vier Stunden täglich sollen dem Schulunterricht gewidmet sein, die übrige Zeit der Arbeit im Freien. Das Lehrprogramm ist auf 7 jähre zerlegt. Die ersten 2 jähre sind noch zum größten Teil für den Schulunterricht bestimmt, tn den weiteren Jahren tritt der theoretische Unterricht vor der landwirtschaftlichen Arbeit immer mehr zurück. Im 3. Jahrgang wird das Lehrpensum der früheren jähre in 1—2 stündigem täglichen Unterricht und an den AbendKursen wiederholt. In Tagen, an denen die Beschäftigung im Felde ausfallen muß, wird HandfertigHeitsunterricht in jenen fächern erteilt, die dem Landwirt von Nutzen sind. Die ganz freie Zeit ist für Lektüre und Spiele bestimmt. Mindestens für 10—15 Tage im Jahre werden Ausflüge unternommen. Arn Ende einer neuen Woche erhalten die Schüler für gutes Betragen und Leistungen von den Lehrern Karten, die als Ausdrücke der Zufriedenheit gelten; die einzige Strafe für die Faulen und Ungehorsamen ist, daß sie solche Belobungszeichen nicht erhalten. Wer aber 3 mal erfolglos von den Lehrern getadelt wird, muß die Anstalt verlassen. Der Stundenplan für die ersten 2 Jahrgänge stellt sich folgendermaßen dar. Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden im Lehrfächer I. jahrgang. II. Jahrgang. 1. Hebr. Sprachlehre (Korrektes Lesen, Grammatik, Stitübungen u. dgl.) 4 4 2. Biblische Literatur 3 2 3. Talmud — 1 4. Jüdische Geschichte;■} 2 5. Erdkunde (Palästina u. and. Länder.) '2 '> (>. Weltgeschichte 2 2 7. Rechnen 3 3 8. Geometrie — 1 9. Naturlehre 2 2 10. Erdarbeit 2 2 11. Arabische Sprache 3 3 Im Ganzen Unterrichtsstunden in der Woche 24 24 Zeichenunterricht wurde in den Sommermonaten von älteren Bezalel'SchüIerrk erteilt werden. Im Ganzen sind neben dem Leiter der Anstalt ein Agronom, ein Hauptlehrer und zwei Hilfslehrer erforderlich. Der Leiter und der Agronom wurden 2—3 Stunden Unterricht erteilen, die übrige Zeit für die Beaufsichtigung der land'