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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 195

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Hilfsverein der deutschen Juden
Date
1907-06-01
Page
Seite 195 (sequence 7)
Language
German
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— 195 — cmd 350 Aschkenasim. Schulpflichtige Kinder im Alter von 6—14 Jahren finden sich dort 130, 90 Sephardim und 40 Aschkenasim. Die „Talmud- Tora-Anstalt" hat TT Schüler, welche in 4 Klassen unterrichtet werden. Der von dem Hilfsverein besoldete Lehrer erteilt den hebräischen Sprachunterricht in den 3 oberen Klassen, ausserdem biblische und jüdische Geschichte, Geographie (Heimatskunde) und Rechnen in der ersten Klasse in hebräischer Unterrichtssprache und den arabischen Sprachunterricht in den beiden oberen Klassen. Dem Kindergarten in Safed gewährt der Hilfsverein 1906/07 •eine Subvention von 2000 Franks und zur Deckung des Defizits aus dem Schuljahre 1905/06 600 Franks, ferner als Zuschuss zur Errichtung eines neuen Heims für den Kindergarten ein Darlehen von 1500 Franks. In Safed — das nach Jerusalem die stärkste jüdische Bevölkerung hat — zeigt der verschwindende Prozentsatz von Knaben, die den Kindergarten besuchen — im Jahre 1905/06 53 Mädchen und 12 Knaben, und 1906/07 gar 75 Mädchen und 9 Knaben — wie grosse Aufgaben auf dem Gebiete des Erziehungs- und Bildungswesens in Palästina noch der Lösung harren. Der Kindergarten zählt gegenwärtig 84 Zöglinge (75 Mädchen und 9 Knaben)^ und das Komitee erwartet das nächste Semester eine weitere bedeutende Steigerung der Frequenz. Die Zöglinge halten sich sauber, sind munter und frisch, weichen nicht scheu den Blicken des Besuchers aus, antworten auf alle Fragen laut und präzise und unterhalten sich miteinander im Schulhofe nur in hebräischer Spräche. Der Kindergarten hat 3 Klassen, von denen die •obere mehr eine Schulvorklasse ist, in welcher die 6—8jährigen Zöglinge auch im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet werden. Zum Schlüsse muss besonders noch hervorgehoben werden, dass der Hilfsverein das Informationsbureau in Jaffa auf seine Kosten übernommen, ferner mit einem Beitrag von 3000 Mk. die Kunstgewerbeschule ^Bezalel" in Jerusalem, die jüdische Zentral-Bibliothek in Jerusalem , die bereits über 25000 Bände zählt, mit 2000 Franks unterstützt, zur Begründung von Kindergärten in Beyrut und Haifa 2000 Franks und ausser einigen anderen Wohltätigkeitsbeiträgen für russische Waisen und Emigrantenkinder in Jerusalem 2000 Franks zur Verfügung gestellt hat. Im Ganzen hat der Hilsverein der deutschen Juden in einem Jahre annähernd 70000 Franks für gemeinnützige palästinensische Zwecke aufgewendet. Kiriath Sefer. Israel Beikind, der Leiter und Begründer der Schule Kiriath Sefer bei Jaffa, in der ein Teil der Kischinewer Waisen erzogen wurde, schildert in einigen Artikeln in der hebräischen Wochenschrift „Haolam" (Nr. 16, 21, 22 des Jahrg. 1907) das Programm und die Ziele dieses Institutes. Für unsere Arbeit in Palästina sind der^ artige Erziehungsanstalten, die eine an Geist und Körper gesunde Generation zu schaffen die Bestimmung haben, grundlegende Werke und ihre Förderung ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Die Schule hat bereits ein hübsches Haus und eine Kleine ländliche Wirtschaft eingerichtet, ihr Programm ist ein durchaus befriedigendes und kann ersprießlich sein — wenn es wirklich durchgeführt wird. Das leitende Prinzip der Schule ist, daß die Kinder zu nützlichen, tüchtigen

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