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Palästina · 1907-06-01 · Heft 6-8 (Juni 1907) · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 6-8 (Juni 1907)
Article
Die Industrien Palästinas
Date
1907-06-01
Page
Seite 150 (sequence 2)
Language
German
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— 150 — wirtschaftlichen Grundlagen, den Ackerbau, wiedergeben wollten. Leider liefen bei diesem an und für sich richtigen Gedanken zwei schwerwiegende Fehler mit unter. Einmal hiesse die Überführung eines ackerbau-entwöhnten Volkes zum Ackerbau das Vertauschen eines Extrems mit dem anderen, da zu einer gesunden Volkswirtschaft die Ausfüllung aller Berufe gehört, und zweitens lässt sich der Übergang von ganz anderen Beschäftigungen zum Ackerbau nicht so leicht vollziehen, wie die kurze Seereise von Osteuropa nach Palästina. Es soll hier keineswegs gegen die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation argumentiert werden. S i e fehlt uns am meisten und ist daher auch am meisten anzustreben. Aber wir wollen durch die Übertreibung des Landwirtschafts-Prinzips in der Kolonisation uns nicht in eine neue Einseitigkeit treiben lassen, die am letzten Ende gerade die landwirtschaftlichen Bestrebungen selbst am meistenschädigt. Alle Begeisterung, die sich vortäuscht, der osteuropäische Auswanderer könne und müsse während der Schiffsreise nach Palästina sich zum Landmann wandeln, muss dahin führen, dass den Juden die Lust genommen wird, in den gewohnten Berufen im neuen Lande sein Fortkommen zu suchen, solange ihm in der gänzlich ungewohnten Landwirtschaft ein Erfolg unmöglich ist. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kann die jüdische Einwanderung im Osten nur auf dem Umwege über Handel und Industrie (und vielleicht auch über eine Chalukkah-Existenz) sich zu dem gesunden Volkstum entwickeln,, innerhalb dessen auch die Landwirtschaft die ihr zukommende Rolle spielen wird. In mindestens 99 von 100 Fällen ist der jüdische Schneider aus Russland, der in Palästina von seinem Handwerk lebt, „bodenständiger" als sein „kolonisierter" Berufs- Kollege, der in seiner neuen Rolle nicht reüssieren kann. Wer tatsächlich wünscht, dass die Juden im Orient zu einem vernünftigen Prozentsatz wieder Landleute werden sollen, der muss trachten, auf welche Weise diegrösste Zahl in kürzesterZeit und mit den geringsten M i 11 e 1 n im Orient zu irgend einer Existenz gelangen kann. Nur auf dem Wege über eine möglichst grosse städtische

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