Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Die deutsche Orientbank [Nachricht]
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 132 (sequence 2)
- Language
- German
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— 132 — errichtet wurde, vereinnahmte in ihrem ersten Geschäftsjahre als Gewinn auf Effekten, Kupons und Sorten 57,013 Mk., auf Wechsel 177,888 Mk., als Provisionen 245,074 Mk. und an Zinsen 654,253 Mk. Bei 38,532 Mk. Abschreibung auf Mobilien und 50,125 Mk. auf Kontokorrentkonto beträgt der Reingewinn, 392,814 Mk. Die Dividende beträgt 4 pCt. In der Bilanz figurieren: 2,514,652 Mk. Kassa, Kupons, Sorten, 1,540,088 Jik. Bankguthaben, 4,032,7 63 Mk. Wechsel, 15,644,459 Mk. gedeckte Debitoren, 7,783,529 Mk. ungedeckte Debitoren und 104,570 Mk. Konsortialbeteiligungen. Die schwebenden Verbindlichkeiten bestanden Ende 1906 aus 25,831,293 Mk. Kreditoren und 1,081,598 Mk. Akzepten und Sichttratten. Von dem Aktienkapital waren bei Aufstellung der Bilanz 6 Mill. Mk. noch nicht eingezahlt. Der Nahr el Audsche. Die Fragen motorischer Kräfte in Palästina, der Bewässerung von Baumpflanzung-en sowie der Wasser-Versorgung Jaffas, als einer Stadt, deren jüdische Bevölkerung von Jahr zu Jahr bedeutend zunimmt, veranlassen uns ein Projekt zur Verwendung der Wassermengen des Nahr el Audsche hier zum Abdruck zu bringen. Dieser kleine aber wasserreiche Fluss dient heute schon zur Bewässerung einiger Orangen - Pflanzungen und Baumwollfelder der jüdischen Kolonie Petach-Tikwah. Der Aufsatz ist dem rühmlichst bekannten Werke von Verney u. Dambmann (Les Puissances Etrangeres dans le Levant, en Syrie et en Palestine) entnommen. Der Nahr el Audsche wird aus mehreren Bächen gebildet, die auf den Bergen Judäas entspringen. Er ist, wie M. Lortet sagt, ein ständiger Fluß, der Winter und Sommer ein beträchtliches Wasserquantum mit sich führt und eine Anzahl Mühlen treibt. . Der Fluß ist nur 25 km lang, aber seine sehr wasserreiche Quelle, wie auch seine Zuflüsse, sichern ihm ein Quantum von 10 000 Litern in der Sekunde. Sehr sonderbar ist es, daß das Niveau des Flusses immer fast gleich bleibt, außer bei exzeptionellen Regenfällen, was auch in dem Bericht Franghia's, des Regierungs- Ingenieurs für Brücken- und Wegenbau, erwähnt ist, von dem wir in den folgenden Ausführungen noch manches entlehnen werden. Seit Langem denkt man daran, das Wasser des Flusses nutzbar zu machen. Die ersten Konzessions-Gesuche datieren von 1889. Zu dieser Zeit suchte eine französische Gesellschaft dieses Unternehmen gleichzeitig mit dem Jaffa'er Hafenbau zu betreiben. Die Konzession wurde im Jahre 1891 Herrn Navon (der auch die der Jaffa-Jerusalem-Bahn erlangte) und Herrn Philippe Effendi-Melhame aus Konstantinopel erteilt, aber es kam keine Gesellschaft zur Ausführung der Projekte zustande, wahrscheinlich wegen der Kaution von 1000 Ltq., das sind 22500 bis 23 000 Francs, die die ottomanische Regierung verlangte, und vielleicht auch, weil das Projekt gewissen Geistern verfrüht erschien. Nach ihrer Meinung sollten diesem Unternehmen viel dringendere vorangehen. Nichtsdestoweniger hat Herr Navon infolge der beträchtlichen Vermehrung der Orangengärten während der letzten Jahre und der in dieser Kultur erzielten Erfolge sein Konzessionsgesuch im Jahre 1897 erneuert und das Projekt lag im Jahre 1900 den Konstantinopeler Behörden vor. Welchen Erfolg kann ein solches Unternehmen haben? Das ist eine Frage, die wir auf Grund von Franghia's Bericht näher ins Auge faßen können und zwar in dreifacher Hinsicht: erstens hinsichtlich der Bewässerung der Gärten, zweitens für Wasserversorgung der Stadt und drittens für Ausnützung motorischer Kräfte A. Bewässerung der Gärten in Jaffa. Die Zahl der Gärten hat sich dank der ausgezeichneten Qualität der Jaffa-Orange in wenigen Jahren verdoppelt. Sie enthalten durchschnittlich 1300 Bäume per Hektar, und da Orangen-