Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1907)
- Article
- Bericht über die 6. ordentliche Generalversammlung der Anglo-Palestine Company, Limited [Nachricht]
- Date
- 1907-05-01
- Page
- Seite 127 (sequence 1)
- Language
- German
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- Beirut 1× ep/1047833
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— 127 — Bericht über die 6. ordentliche Generalversammlung der Anglo=Palestine Company, Limited, abgehalten am 7. Mai 1907 In Köln a, Rh., im Hotel Du Nord. Die Generalversammlung wurde um 3 Uhr nachmittags eröffnet. Herr Wolffsohn, der Präsident des Direktoriums, führte den Vorsitz. Nachdem der Sekretär die Bekanntmachung bezüglich der Generalversammlung zur Verlesung, gebracht, trug der Vorsitzende folgenden Bericht des Direktoriums vor: „Das verflossene Jahr ist für uns ein Jahr befriedigenden und guten Fortschrittes gewesen. Der Gewinn in Jaffa betrug . . . . L. 1030.—.— in Jerusalem „ 4 . . . L. 260.—.— zusammen......L. 1290.—.— Verlust Beirut . . . . L. 510.—.— sodaß der Reingewinn in Palästina L. 760.—.— beträgt. Dieser Gewinn erscheint nicht groß, er entspricht nur etwa 2 % unseres Aktienkapitals, aber es liegt in der Natur unseres Instituts, daß wir unsere Gelder nicht ausschließlich in rein kommerzieller und gewinnbringender Weise verwerten können. Wenn auch die Basis unserer Geschäftsleitung eine kommerzielle ist, so kommen doch infolge der gebotenen Berücksichtigung jüdischer Interessen Geschäfte vor, wie z. B. die Vorschüsse an jüdische Kolonisten, welche in der Regel wenig gewinnreich sind. Doch möchten wir von solchen Geschäften nicht abraten: sie sind für uns sogar unerläßlich. Es wird aber mit großer Vorsicht vorgegangen, und Verluste von irgendwelcher Bedeutung sind nicht vorgekommen. Auch Gelder an Leihgenossenschaften, ferner zum Zweck von Landankäufen müssen von uns zu billigsten Zinsen und zu den günstigsten Bedingungen hergegeben werden, so daß auch dabei der Verdienst nur ein sehr schmaler ist. Anderseits sind unsere Spesen durch den zionistischen Charakter unseres Instituts (umfangreiche Berichte, Korrespondenzen mit dem Direktorium und Privatpersonen usw.) nicht unbeträchtlich. Auch ist zu berücksichtigen, daß wir in Palästina mit einer äußerst scharfen und billig arbeitenden Konkurrenz zu rechnen haben, der wir uns bezuglich unserer Bedingungen besonders für den Anfang anpassen mußten. Unsere Bankgeschäfte breiten sich in erfreulicher Weise aus; an industriellen Unternehmungen der verschiedensten Art haben wir uns beteiligt und auch auf diese Weise der jüdischen Kolonisation Nutzen gebracht. Die Jerusalemer Filiale, die im vorigen Jahre noch einen Verlust ergab, brachte in diesem Jahre Gewinn und beweist damit, daß das Unternehmen ein gesundes ist und einen ständig steigenden Überschuß erhoffen läßt. Die Depots bei derselben steigern sich in bedeutendem Maaße, — ein Beweis für das wachsende Vertrauen, das der Anglo-Palestine Company von der Bevölkerung entgegengebracht vPird. In Beirut, wo wir erst seit fünf Monaten arbeiten, war ein Gewinn bisher selbstverständlich noch nicht zu erwarten. Diese Filiale hatte bei der Kürze ihres Bestehens noch gar keine Depots und hatte alles Geld für ihren Bedarf entsprechend der allgemeinen Lage des Geldmarktes teuer zu verzinsen. Wir dürfen aber für das laufende Jahr bereits auf ein gutes Resultat hoffen, zumal das Direktorium Ihnen jetzt einen Beschluß betreffs Erhöhung des Kapitals der A. P. C. auf L. 100 000 vorlegt. Ich möchte schließlich nicht verfehlen, meine besondere Anerkennung für die hervorragenden Leistungen unseres Managers, Herrn Levontin, und für die verdienstvolle Mitwirkung unseres Beamtenkörpers auszusprechen."