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Palästina · 1907-03-01 · Heft 3-4 (März 1907) · p. Seite 97

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 3-4 (März 1907)
Article
Die Wiedergeburt des palästinensischen Judentums [Nachricht]
Date
1907-03-01
Page
Seite 97 (sequence 1)
Language
German
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MITTEILUNGEN UND MISZELLEN. Die Wiedergeburt des palästinensischen Judentums. In der Jerusalemer Zeitung orthodoxer Richtung „Chabazeleth", die auch unter den von der Chaluka Unterstützten ziemlich verbreitet ist, erschien ein Aufsatz, der als eine Widerspiegelung des Zeitgeistes^anzusehen ist, als ein wertvoller Beleg für den kulturellen Einfluß, den der neueste Zufluß von frischen Kräften und frischem Tätigkeitsdrang auch auf den abgeschlossenen und vielfach passiven Kreis der orthodoxen Judenheit Palästinas ausgeübt hat. Einige Stellen aus diesem Artikel seien im nachfolgenden wiedergegeben : ,,ln unserm Heiligen Lande eröffneten sich in der letzen Zeit neue Lebensquellen. Täglich hören wir von neuen Unternehmungen, Projekten, Vereinen, Organisationen, die alle dem einen Zweck zustreben : Industrie und Handel zu beleben. Fast alle sind heute zu der Überzeugung gelangt, daß nicht durch Agrikultur allein das Land wieder aufzurichten sei, daß vielmehr zu gleicher Zeit auch die Entwicklung von industriellen Unternehmungen sehr energisch betrieben werden müsse. Jndem wir aber all diese erfreulichen Erscheinungen wahrnehmen, müssen wir auch die für uns beschämende Tatsache konstatieren, daß all diese Unternehmungen von den ausländischen Juden ausgehen, während wir, die eingeborene jüdische Bevölkerung, und besonders die von Jerusalem, nach wrie vor die Hände in den Schoß legen und eine Hilfe von außen erwarten. Und da erhebt sich vor uns die Frage: Warum sollen nicht auch wir endlich die Verbesserung unseres Schicksales in die Hände nehmen? Bis zu welchem Zeitpunkt werden wir uns in allem auf andere verlassen? Haben denn unsere Feinde wirklich recht, wenn sie sagen, daß die Jerusalemer Juden hoffnungslos demoralisiert und zu keiner produktiven Arbeit befähigt sind? Wohlan denn, Brüder, wachet auf! Denken wir endlich an unsere Rehabilitierung! Es ist die Zeit gekommen, wo auch wir uns organisieren müssen, um an dem Aufblühen von Handel und Wandel in unserer Stadt aktiv mitzuwirken. Vereinigen wir uns, und wir werden das, was ein einziger zu vollbringen nicht imstande ist, mit gemeinsamen Kräften ausführen können. Wieviele Zweige von Handel und Industrie könnten wir selbst, ohne fremde Hilfe, entwickeln! Wie viele Gebrauchsgegenstände könnte man bei uns in solcher Menge produzieren, daß nicht nur unser eigener Bedarf gedeckt würde, sondern daß wir sie auch zu einem Exportartikel machen könnten? Hunderte von Arbeitslosen könnten wir auf diese Weise beschäftigen und ebensoviele junge Kräfte, die keinen Verdienst hier finden und die in fremden Ländern sich herumzutreiben gezwungen sind, im Lande festhalten. Werfen wir also, Brüder, unsere ewige Passivität und Niedergedrücktheit von uns! Die Zeit der Tat und Selbsthilfe ist gekommen! . . ." Mittelschule in Jaffa. Auf der letzten Sitzung des Odessaer Palästinakomitees wurde wieder die Frage der Gründung einer Mittelschule in Jaffa erörtert. Diese Frage ist jetzt besonders aktuell geworden, da Herr J. M. Feinberg aus Irkutsk 10 000 Rubel für diesen Zweck gespendet hat Infolgedessen ist es an der Zeit, an die Errichtung eines eigenen Gebäudes für die Schule zu denken. Das Komitee besitzt zwar ein entsprechendes Terrain, kann aber leider darüber nicht verfügen. Das Terrain wurde nämlich seinerzeit zum Teil aus den Geldern des Komitees, zum Teil durch die

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