Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1907)
- Article
- Tätigkeit des Kolonisationsvereins "Esra" im Jahre 1906
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 90 (sequence 2)
- Language
- German
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— 90 — Kolonisten gemacht. Diese Aufgabe ist uns mit einem Kostenaufwand von 24500 Frcs. gelungen, und zwar besitzt jetzt jeder Kolonist ein gutes Haus, 1—3 Milchkühe und 5 Hektar Weinberge. Ist die Ansiedelung von 5 jüdischen Familien in Palästina schon an und für sich erfreulich, so haben wir mit der Gründung der kleinen Kolonie „Esra" überdies den Beweis erbringen können, dass in Palästina die Ansiedelung einer Bauernfamilie schon mit einem Kostenaufwand von nur 6000 Frcs. möglich ist, während bisher die für die Vollansiedelung eines Kolonisten benötigten Gelder im allgemeinen auf 12—15000 Frcs. berechnet wurden. Wir hoffen in naher Zukunft den Nachweis führen zu können, dass die Kolonisierung einer Familie mit einem noch erheblich geringeren Betrag möglich ist. B'ne-Jehuda. Die Kolonie liegt inmitten eines sehr fruchtbaren von Juden bisher jedoch fast gar nicht bewohnten Gebietes. Soll sich die Kolonie in einer weit und breit ausschliesslich von Arabern bewohnten Gegend behaupten, so darf sie nicht gar zu klein sein. Sollte es uns gelingen, 25 jüdische Familien daselbst sesshaft zu machen, so würde diese erste jenseits des Jordans gelegene jüdische Kolonie einen Mittelpunkt bilden, der immer mehr jüdische Ansiedler anziehen wird. Die Ansiedelung von 25 Familien in B'ne - Jehuda erfordert aber einen Betrag von Mk. 70000, während unser Kolonisationsfond z. Zt., wie oben erwähnt, noch keine 42000 Mk. beträgt. Aus dieser Darstellung ersieht man, welch grosse und schöne Aufgaben unserer in Palästina harren. Der heilige Boden ist gut und fruchtbar und könnte Hunderttausenden unserer heimatlos werdenden Brüder eine sorgenfreie und ehrenvolle Existenz auf eigener Scholle bieten. Landpachtung in Machana j im. Die vom ehemaligen Kolonisationsverein Ahawath-Zion in Tarnow (Galizien) unter Mitwirkung des „Esra" ins Leben gerufene Kolonie Machanajim ist bekanntlich inzwischen in den Besitz der „jüdischen Kolonisationsgellschaft" (I. C. A.) übergegangen. Die Kolonie wurde von ihren ersten Ansiedlern verlassen, der Boden unter die Kolonisten des benachbarten Rosch - Pinah verteilt und die 15 Steinhäuser von Machanajim standen seither völlig leer. Um die Kolonie wieder mit Juden zu bevölkern, haben wir in ihrer Nähe ca. 60 Ha. Land auf 10 Jahre gepachtet, um es an jüdische Arbeiter weiter zu verpachten. Gelingt dieser