Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1907)
- Article
- Die Insel Cypern
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 78 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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— 78 — Landsleute arbeitet, der es an der nötigen Aufsicht weniger fehlen lassen wird. Erst dann sieht man ihn seine ganze robuste Kraft entfalten, trotz der ungeheuren Stiefel, die ihn« vor Schlangen schützen, und von denen man meinen sollte,, dass sie ihn in der Bewegung hindern. Wenn auch die gegenwärtigen Methoden der Weinbereitung, des Trocknens der Früchte und selbst des Pflügens die Unkenntnis des cyprischen Bauern in den primitivsten Erfordernissen der Landwirtschaft, dartun, so wäre doch nichts leichter als zu seiner besseren Anleitung fremde Arbeiter nach der Insel zu bringen. Die Hauptursache seiner Rückständigkeit liegt in seiner Armut. Wenn heute das cyprische, speziell das christliche Element, ein wenig intolerant ist, so hat dies protektionistische Motive, aber sobald die Leute einen grösseren Wohlstand erreicht haben werden, dürften sie auch toleranter werden. Sicherheit des Eigentums und der Person lässt nichts zu wünschen übrig. Verbrechen kommen selten vor. Die Kriminalstatistik des Jahres 1905 zeigt nur 259 Schwurgerichts Verhandlungen gegenüber 312 und 430 in den Jahren 1904 und 1903.. Schliesslich würden auch, sobald der erlaubte Zinsfuss auf 9 % reduziert wird, die bisherigen Wucherer ihre Kapitalien, zu direkter landwirtschaftlicher Verwendung bringen. Wenn man der Insel einen Agrar-Kredit gäbe, so könntesie viele Beschäftigungen aufgreifen und erweitern und brauchte,, dank den zahlreichen benachbarten Absatzgebieten, wegen des- Verkaufs der Produkte keine Befürchtungen zu hegen. Sie könnte viel mehr Weizen, Gerste und Baumwolle, aber auch Schafe, Rinder und Ponys produzieren als gegenwärtig. Das Holz, sowohl als solches, wie auch zu Kohle verarbeitet, könnte für die Insel eine Quelle guter Einkünfte werden. Man würde mehr Weinberge zur Erzeugung von Wein, Tafeltrauben und Rosinen anlegen können. Mehr und bessere ßaumfrüchte würden gezogen werden, die Smyrna-Feige wäre einzuführen und mit ihr rationelle Trockenverfahren, die Fabrikation von Kompots und eingemachten Früchten Hesse sich lukrativ ausgestalten, besonders wenn man zur Etablierung eines Freihafens schritte. Der ägyptische Zucker könnte dann beispielsweise innerhalb der Freizone in solchen Fabriken verarbeitet werden. Es wäre ungerecht, der englischen Regierung vorzuwerfen, dass sie die wirtschaftliche Lage der Insel verschlechtert hätte,.