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Palästina · 1907-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1907) · p. Seite 29

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Journal
Palästina
Volume
4 (1907)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1907)
Article
Die jüdische Bevölkerung in Jaffa
Date
1907-01-01
Page
Seite 29 (sequence 8)
Language
German
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— 29 — Staaten und Argentinien Auswandernden ehemalige Zöglinge der Knabenschule in Jaffa oder der Ackerbauschule in Mikweh- Jisrael sind. In diesen beiden Schulen wird neben den Elementarfächern fast nur Französisch gelehrt; in der Landessprache, dem Arabischen, haben die Schüler nur ungenügende Kenntnisse, deshalb findet ein grosser Teil von ihnen schwer Anstellung in Jaffa. Erst in den letzten Jahren hat sich dies etwas gebessert, nachdem die jüdischen Fabriken sich vermehrten und auch Handwerker und Vertreter neuer Berufe hinzukamen,, die alle grossen Bedarf an Gehilfen hatten. So ist es für die jungen Leute jetzt leichter, auch in Jaffa Anstellung zu finden oder ein einträgliches Handwerk auszuüben. Diejenigen, die die Schule in Mikweh-Jisrael absolviert und dort Spezialkenntnisse in der Landwirtschaft erworben haben, suchen Gelegenheiten, ihre Kenntnisse praktisch zu verwerten. Deshalb ziehen alle, die keinen Boden pachten können, nach Ägypten und Argentinien, wo sie als Gärtner Anstellung finden. Die nach Amerika Ziehenden kommen dort meist nicht weiter, und nachdem sie lange Jahre vergeblich herumgezogen sind, bringen sie mit grosser Mühe das Reisegeld zusammen, um nach Palästina zurückzukehren. Die wenigen, denen es gut geht, bleiben lieber in den Vereinigten Staaten. Die Auswanderer nach Südafrika und Australien finden fast alle ihr gutes Fortkommen, aber sobald sie eine gewisse Summe Geldes erworben haben, kehren sie meist nach Jaffa zurück. Dasselbe ist auch mit den Kolonisten der Fall, die nach diesen Ländern gezogen sind. Unter den Einwohnern Jaffas sind viele Handwerker und Kaufleute, die zum zweiten und dritten Male nach Jaffa gekommen sind. Sicherlich dürfte das seine psychologischen Gründe haben. Die nach Amerika Auswandernden finden dort sofort eine grosse jüdische Gemeinde und werden in das Netz des jüdischen Gemeindelebens mit allen seinen Eigenheiten gezogen. Die Juden hingegen, die nach Südafrika oder Australien kommen, finden dort fast gar keine jüdische Gemeinde oder keine, die ihrem Geschmack oder ihrer Gewohnheit entspricht. So fühlen sie sich vereinsamt und vermissen die Vorteile des Gemeindelebens. Daher haben sie grosse Sehnsucht, nach Palästina zurückzukehren, an den Ort, wo das jüdische Leben so ganz andere Reize als in der Diaspora hat. Wenn sie dann eine gewisse Summe erspart haben, sind sie überzeugt, für Palästina

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