Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Schlusswort des Herausgebers
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379793-2379796-2380903--00777-2381073- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 247 — SCHLÜSSWORT DES HERAUSGEBERS. „PALRESTINA" war eine Zeitschrift mit Hindernissen. Begründet zu einer Zeit, als bei den Palästina-Freunden das Interesse an den realen Verhältnissen des Landes durch politische Programme und diplomatische Aktionen ganz in den Hintergrund gedrängt worden war, hatte die Zeitschrift von vornherein keinen leichten Stand; zumal sie an die Steile mancher rosiger Illusionen und romantischer Visionen die Wahrheit setzen musste — und diese Wahrheit konnte wohl verheissungsvolle Ziele zeigen, aber sie musste auch auf schwere Wege weisen, die beschritten — nicht mit Träumereien überflogen Werden wollen. Aber die meisten wollten lieber bei dem schönen Irrtum ihrer Schwärmerei bleiben, als den schweren, mühevollen Weg der Wahrheit und der Arbeit gehen. So fand denn die Absicht der Herausgeber dieser Zeitschrift, nach ihren Kräften die grosse zionistische Bewegung in die Bahn des Objektiven und des Wissens zu lenken, zunächst nicht nur nicht die Majorität der Partei, sondern sogar den Widerstand der massgebendsten leitenden Personen Vielleicht vermeinten oder vermeinen noch manche, dass dieser Widerstand im Persönlichen begründet war. Das ist ein Irrtum. Die Ursache dieser Gegnerschaft — der fast paradoxe Widerwille von Palästina- Freunden gegen Palästina-Kenntnis — erklärt sich aus der schon erwähnten EntWickelung des Parteiorganismus: man sträubte sich dagegen, die massenbeherrschende Kraft der Phantasien durch die harten Argumente der Tatsachen zu früh brechen zu lassen. Aber die Realität der Dinge kann nicht auf die Dauer ignoriert werden. Und so kam auch in der neuen Palästina-Bewegung der Zeitpunkt, wo allmählich einige und dann immer mehr die Notwendigkeit ernster Palästina-Forschung und ernster Palästina-Arbeit einsahen.