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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 245

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Von deutscher Besiedelung Kleinasiens und Syriens [Nachricht]
Date
1903-01-01
Page
Seite 245 (sequence 2)
Language
German
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— 245 — und sehr ernsthaft auf und zwar--von französischer Seite in dem lehrreichen Werke von Charles Morawitz: „Les finances de la Turquie", welches kürzlich, übersetzt von Georg- Schweitzer (im Verlage von Carl Heymann, Berlin), erschien und gerechtfertigte Beachtung gefunden hat. In einer Schlussbetrachtung über die Hilfsquellen der Türkei schreibt der französische Verfasser unter anderem: „Die Mineralschätze des Landes sind wenig erforscht, doch weiss man, dass sie bedeutend sind; sie zu erschliessen, werden sich schon Kapital und Arbeitskraft finden, wenn nur die türkische Regierung auf die widersinnigen und chikanösen Reglements verzichtet, deren Abschaffung bis heute vergebens verlangt wurde. Gewisse Teile von Kleinasien und Syrien, das Euphrat- und Tigris-Tal zählten einst zu den fruchtbarsten und blühendsten Gegenden der Welt; sie würden ihren früheren Wohlstand bald wieder finden, wenn man den Strom italienischer und deutscher Auswanderer, auf den Amerika eine so grosse Anziehungskraft ausübt, dorthin lenken könnte. Hierzu brauchte man weder Geldbeihilfen noch kostenfreie Landanweisungen zu erteilen. Man müsste bloss den Kolonisten, die sich in der Türkei ansässig machen wollen, die wesentlichsten Bedingungen jeder Kolonisation verbürgen:- gesetzliche Möglichkeit, unanfechtbare Besitztitel zu erwerben; unparteiische Justiz und Sicherheit der Person und des Eigentums, gestützt auf eine wohlorganisierte Polizei. Für die landwirtschaftlichen und industriellen Unternehmungen, deren Durchführung dem Einzelnen unmöglich ist, würden sich bald Aktiengesellschaften finden, wenn man den Gründern ausser den oben erwähnten Garantien noch das Recht geben würde, ihre Nationalität zu behalten." — Gegen letztere Vergünstigung sträubt sich indessen die Türkei noch immer harätnckig, aus Furcht vor fremdländischen diplomatischen Interventionen. (Dresdener Anzeiger 9. Aug. 1903.) * Wirtschaftliche Lage im Sudan. Im grossen und ganzen hat der Sudan im vergangenen Jahre erhebliche Fortschritte in der wirtschaftlichen Lage sowie auf kommerziellem Gebiete zu verzeichnen. Fruchtbringende Regengüsse in der ganzen Gegend haben zur Verbilligung des Getreides beigetragen, und ein wirklicher Notstand scheint nirgends zu herrschen. Das Gefühl der persönlichen Sicherheit nimmt bei der Bevölkerung zu und erfüllt dieselbe mit wachsendem Vertrauen zu der Regierung. In der Provinz Donkola hat die fortschreitende Entwickelung angehalten, aber für dieses Gebiet, das abseits von der an der Bahn nach Chartum sich hinziehenden Hauptverkehrsader liegt, ist eine völlige Aufschliessung nur durch die Herstellung einer Eisenbahn möglich. Eine wichtige Anregung verdankte der Handel Sauakins dem Projekte, diesen Hafen mit dem Nil durch eine Eisenbahn zu verbinden. Dieses Projekt wird gegenwärtig durch die Ingenieure der Regierung des Sudan einer Prüfung unterzogen, welche unüberwindliche Schwierigkeiten für den Bau der Strecke nicht haben erkennen können. Die Eisenbahn soll das Gebirge bei Sinkat überschreiten und bis nach dem Tale des Atbaraflusses führen, wo sie dicht bei der Brücke über den Atbara in die Hauptstrecke münden wird. Es ist klar, dass die Inbetriebnahme dieser Eisenbahn eine völlige Umwälzung in den kommerziellen Verhältnissen des Sudan hervorrufen wird, da die Entfernungen der grossen Handelscentren des Landes vom Meere sich ganz bedeutend verkürzen werden. — Die Provinz Berber, in welcher nur Ackerbau getrieben wird, hat eine beträchtliche Steigerung ihrer Einnahmen und damit eine bedeutende Hebung ihres Wohlstandes aufzuweisen. Auch ihr wird die Eisenbahnverbindung mit Sauakin sehr zu statten kommen. Seitens der Gouverneure der Provinzen ist viel getan worden zur Verbesserung der Karawanenstrassen und zur Vermehrung der in ihren Bezirken vorhandenen Ziehbrunnen. Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse der Versuche mit der Verkehrsvermittelung durch Kraft- und Dampfwagen, die zurzeit angestellt werden. Sicherlich werden die Maschinen noch manchen erheblichen Aenderungen unterzogen werden müssen, um sie dem Verkehr im Sudan anzupassen, im allgemeinen aber erscheint eine Verwendung dieser Fahrzeuge nicht unmöglich. Die Landbevölkerung des Sudan hat mit zunehmenden Schwierigkeiten bei der Aufnahme von Kapitalien zur Beschaffung der zum Betriebe der Ziehbrunnen, der sogenannten „Sakias", erforderlichen Tiere zu kämpfen. Von Zeit zu Zeit wurden in Einzelfällen von der Regierung Darlehen bewilligt, die zumeist auch zurückgezahlt wurden. Man plant indessen die Errichtung einer Zweigstelle der landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank, welche Kapitalien zu dem genannten Zwecke ausleihen soll, nachdem sie mit ähnlichen Geschäften in Aegypten bereits Erfolge erzielt hat. Der Ausbau Chartums und anderer Städte des Sudan, besonders Wad Nedanis

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