Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 2 (1903-1904)
- Issue
- Heft 3-6
- Article
- Projekt einer Dampfstrassenbahn in Syrien [Nachricht]
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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— 243 — Projekt einer Dampfstrassenbahn in Syrien. Zur Zeit wird, wie das Office national du commerce exterieur in Paris erfahrt, der Bau einer Dampfstrassenbahn zwischen den syrischen Städten Tripolis und Horns geplant. Die Länge dieser Schmalspurbahn, welche auf eine Länge von 30 km die Chaussee Tripolis—Horns — Hama benutzen könnte, würde 95 km betragen. Die Kosten des Baues und der Inbetriebsetzung dürften insgesamt etwa 100 000 türkische Pfund betragen. Durch die Ausführung dieses Projektes würde dem Hafen von Tripolis der Warenverkehr von Horns und Hama, der jetzt mehr und mehr von Beirut aufgenommen wird, erhalten bleiben können. (Nach Bulletin Commercial.) * Baumwollkultur auf Cypern. Der Anbau und auch die Produktion von Baumwolle auf dieser Insel hatte in früheren Zeiten einen weit bedeutenderen Umfang aufzuweisen als jetzt. Während sich die Baumwollausfuhr Cyperns unter der venetianischen Herrschaft auf ungefähr 15 Millionen und noch Mitte des vorigen Jahrhunderts auf l1/2 Millionen englische Pfund pro Jahr belief, schwankte dieselbe in den letzten Jahren zwischen 300 000 und 800 000 Pfund jährlich. Sie stellte sich 1895 auf 8123 cwts., 1896 auf 3837 cwts., 1897 auf 3571 cwts., 1898 auf 2581 cwts., 1899 auf 7641 cwts , 1900 auf 3375 cwts., 1901 auf 2746 cwts.; 1902 auf 2714 cwts. Die heutige Baumwollkultur auf Cypern beschränkt sich hauptsächlich auf die Umgegend von Kythräa, die Ortschaften Dali, Nisso, Solea, Karaya und Lapithos, wo die Anpflanzungen auf bewässertem Boden erfolgen. Auch in Messaoria und Carpas wird, falls im Winter und Frühjahr genügend Regen gefallen ist. Baumwolle in grösserem Umfange angepflanzt. Die Feuchtigkeit pflegt, wenn der Boden tief umgepflügt wird, den Sommer über sich im Erdreich zu halten, und mit der Aussaat wird dann gewöhnlich im Mai begonnen. Die Kulturen auf unbewässertem Boden fallen jedoch recht ungleich aus und geben meist nur eine Ernte niederer Qualität. Das Produkt wird als sogenannte trockene Baumwolle bezeichnet und stellt sich im Preise ungefähr 10 °/o billiger als die auf bewässertem Boden gewonnene Baumwolle. Das auf Cypern in den erstgenannten Ortschaften mit künstlicher Bewässerung erzielte Produkt wird in Marseille als erstklassige Baumwolle gehandelt und rangiert der Qualität nach hinter der ägyptischen Jumel-Baumwolle. Zur Aussaat wird jetzt fast ausschliesslich Samen der amerikanischen Baumwolle (Gossypium barbadense) verwendet. Die Anpflanzung der ursprünglich hier kulti-. vierten Baumwollenart (Gossypium herbaceum) ist nur auf die Gegend von Lapithos und Karava lokalisiert und liefert eine Qualität dritten oder noch niederen Grades. Die Baumwollpflanze hat auf Cypern einen perennierenden Charakter angenommen. Besonders auf bewässertem Boden lässt man dieselbe mit Vorteil zwei bis drei Jahre stehen, da .der Ertrag im zweiten Jahre erheblich ergiebiger ist. Ein bewässertes Feld von ungefähr 1j2 Acre liefert bis zu 250 Oka nicht entkörnter Baumwolle. Der Durchschnitt stellt sich allerdings nur auf 120 Oka (= 3 cwts.).*) Von den Produzenten wird die noch nicht entkörnte Baumwolle zu 21/2 bis 3 Piaster pro Oka auf den heimischen Märkten verkauft, um in entkörntem Zustande nach Larnaca gesandt zu werden, von wo sie in Ballen zum Export kommt. Die Aus fahr richtet sich ausschliesslich nach Marseille, Triest, dem Pyräus und Patras. Marseille ist der grösste Abnehmer. Nach Priest gelangt der grösste Teil der zweitklassigen in Massaoria und Carpas kultivierten Baumwollsorten. Die Versendungen nach dem Pyräus und Patras sind nur gering. (Nach einer englischen Pärlamentsvorlage, betreffend die Landwirtschaft auf Cypern.) * Einfuhr von frischem Obst aus der Kapkolonie nach Grossbritannien. Mit der Einfuhr frischen Obstes aus dem Kapland nach England hat man kürzlich die ersten Versuche gemacht, und in London sind bereits mehrere solcher Schiffsladungen eingetroffen. Wenn auch verschiedene Sendungen zur Zufriedenheit der Abnehmer ausfielen, so wurde doch im allgemeinen über ungenügende Sortierung und schlechte Auswahl der einzelnen Obstarten geklagt. Auch Farbe und Aussehen, besonders bei Pfirsichen und Weinbeeren Hessen vielfach zu wünschen übrig, und speziell Birnen sollen sich als lür den englischen Markt minderwertig und für den Import ungeeignet erwiesen haben. Von ganz vorzüglicher Güte dagegen sind Nektarinenpfirsiche gewesen. Jedenfalls haben diese ersten Versuche gezeigt, dass der Versand von frischem Obst aus der Kapkolonie nach Europa wohl durchführbar und bei richtiger Auswahl der ") Der obige Durchschnitt von 120 Oka per i/2 Acre entspräche einer Ausbeute von 600 Oka per Hektar, welches Ouan um in unentkerntem Zustande ca. 180 Mk. wert" ist.