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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 242

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Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Bewässerungsanlagen in Ägypten [Nachricht]
Date
1903-01-01
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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— 242 — Nils ein so geringer ist, dass die Kanäle, wenn sie nicht bis zu einer zu grossen und daher zu viel Kosten verursachenden Tiefe gegraben werden sollen, das ganze Jahr hindurch Wasser aus dem Nil empfangen können. Dieser Abstand beträgt in Oberägypten 9—10, im Delta 3—4 m. In letzterem (Unterägypten) ist daher die Bewässerung des Landes mittels perennierender Kanäle am ausgedehntesten; in Mittelägypten, von Kairo bis Assiut, gibt es nur ein grösseres System perennierender Kanäle, dem der Ibrahimije-Kanal zwischen Assiut und Beni-Suef sowie der das Fayum bewässernde Bar Jusuf angehört, während in Oberägypten kein perennierender Kanal vorhanden ist. Die Bewässerung aus perennierenden Kanälen ist teils erleichtert, teils erst ermöglicht worden durch die Einrichtung grosser Staudämme, die, unmittelbar unterhalb der Abzweigungsstelle der Känäle angebracht, den Wasserstand des Nils durch Aufstauung heben, so dass eine grössere Menge von Wasser in den Kanal eintreten kann. Während des Hochwassers sind die in diesen Staudämmen angebrachten Schleusen geöffnet, während des Niederstandes des Wassers je nach Bedürfnis mehr oder weniger geschlossen. Das grossartigste Stauwerk ist der in diesem Jahre vollendete, gegen 2000 m lange Damm von Assuan. Seine Fassungskraft beträgt 35 Milliarden Kubikfuss, doch kann durch Hinzufügung weniger Fuss Mauerwerk die Aufspeicherungskraft des Wassers auf 70 Milliarden Kubikfuss erhöht werden. Viele Strecken Landes, die bisher nur im Winter Nilwasser empfangen konnten, werden nunmehr das ganze Jahr hindurch bewässerbar und dadurch für die sommerlichen und die perennierenden Kulturen, insbesondere die des Zuckerrohres, geeignet sein. Die Hochwasser-Ueberschwemmungs- Kanäle bilden bis jetzt noch das hauptsächliche Bewässerungsmittel in Oberägypten und vielen Teilen Mittelägyptens. Das bei ihnen angewandte Verfahren der Bewässerung ist folgendes: Das ganze von dem Wasser der Kanäle erreichbare Land ist durch Erddämme in Bassins von sehr verschiedener Grösse, dort wo das Niltal eng ist, von 800, dort wo es weit ist, von 8000 und in Ausnahmefällen von 16000 Hektar abgeteilt, von denen stets eine Anzahl, meist vier bis sieben, in der Weise miteinander zusammenhängen, dass das Wasser aus dem oberhalb liegenden in das tiefere abgeleitet werden kann. Solche Systeme von Bassins "gibt es an jeder Seite des Nils 13. Die Hochwasser-Berieselungs-Kanäle ienen zur Bewässerung der hochgelegenen Uferländereien des Nils, der sogenannten „sahels", und zwar nicht mittels Ueberflutung, sondern durch Ableitung des Wassers in kleinere Kanäle und allmähliche Berieselung der Felder. Diese „sayalleh" genannten Kanäle werden entweder unmittelbar vom Nil, häufiger aber von den Ueberschwemmungskanälen abgeleitet und führen das Wasser, indem man ihnen eine Neigung von nur 40 Millimeter gegenüber der des Nils von 75 Millimeter auf 1 Kilometer gibt, allmählich in langem Laufe den „sahels" zu. Einige von ihnen versorgen ausserdem auch Bassins mit Ueberschwemmungswasser, aber nur in Jahren hohen Wasserstandes. Da die Bewässerung durch die „sayallehs" nur während des Hochwassers erfolgen kann, so wird ein grosser Teil der „sahels" nur im Herbst.bearbeitet. Ein Teil von ihnen wird aber auch in den anderen Jahreszeiten, und zwar durch Dampfpumpen mit Nilwasser oder auch durch Schöpfwerke mit Grundwasser bewässert. * Der Eierhandel Kleinasiens. Der kleinasiatische Eierhandel ist in rascher Entwickelung begriffen. Die Ausfuhr von Eiern, welche hauptsächlich über Samsun (an der Schwarzmeerküste) vor sich geht, betrug nach dem Bericht des dortigen russischen Vizekonsuls im Jahre 1901 unge-_ fähr 25 Millionen Stück oder 16 960 Kisten (auf jede Kiste entfallen 1440 Eier). Im ersten Halbjahr 1902 betrug der Export 16 792 Kisten, d. h. fast ebenso viel wie im Laufe des ganzen Vorjahres, und verteilte sich auf die Bestimmungsländer in folgender Weise: Frankreich.....14 513 Kisten Deutschland .... 1 670 Oesterreich-Ungarn. . 230 „ Europäische Türkei . 192 „ Russland..... 105 „ Griechenland .... 82 „ In nächster Zeit beabsichtigt die englische Handelsfirma „Trickert and Co in Samsun ein Packhaus zu errichten, in welchem etwa 50 000 Eier täglich für den Versand fertig gemacht werden sollen; teils werden die Eier ohne Schalen in hermetisch geschlossenen Gefässen versandt, teils zum Zwecke der Konservierung mit einer Art Firnis überzogen. Der Export nach England wird voraussichtlich nach Fertigstellung der Anlage an Umfang gewinnen. (St. Petersburger Zeitung.) *

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