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Palästina · 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 241

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
2 (1903-1904)
Issue
Heft 3-6
Article
Der neue Hafen von Famagusta (Cypern) [Nachricht]
Date
1903-01-01
Page
Seite 241 (sequence 2)
Language
German
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— 241 — könnte, doch liegt zurzeit eine Veranlassung für eine so grosse Anlage nicht vor. Interessant ist, dass man, um den mittelalterlichen Anblick der Stadt zu wahren, die grosse und wundervoll erhaltene Stadtmauer hat stehen lassen, und dass man auch den neuen Quai, soweit er sichtbar ist, mit ganz gleichen Steinen wie die Stadtmauer gebaut hat. Für den bequemeren Verkehr zwischen dem Quai und dem Stadtinneren ist der Wall nur an einigen Stellen stadttorartig durchbrochen. Das Innere von Famagusta zeigt nicht den wohlerhaltenen Zustand der Befestigungswerke. Es ist ein Trümmerfeld von zahllosen Kirchen, Kapellen und Privathäusern, und die Bevölkerung, die zur venezianischen Zeit über 40 000 betragen haben muss, ist auf weniger als 900 (meist Türken) zurückgegangen. Die südliche Vorstadt Varosia ist gegenwärtig Sitz der Distriktregierung und zählt etwas über 2500, vorwiegend christliche. Einwohner. .Die Engländer haben die Absicht, aus Famagusta ein neues Handelszentrum zu machen, und es scheint, dass sie es zu diesem Zweck als Freihafen einrichten werden, der für die Ausbreitung des engl. Handels in diesem Teil des Orients von grosser Bedeutung werden kann. Hierfür spricht die grosse Nähe der nordsyrischen und kleinasiatischen Häfen, wie Beirut, Tripolis, Latakie, Alexandrette und Mersina. Auch Haifa und Jaffa, sowie die ägyptischen Häfen sind in wenigen Dampfers tan den zu erreichen. * Man hat sich vielfach daran gewöhnt, beim Erscheinen neuer Auflagen der Baedeker'schen Handbücher einfach als selbstverständlich vorauszusetzen, dass dieselben nur das Beste bieten, und gibt diesem Gedanken gewöhnlich durch eine allgemein gehaltene lobende Erwähnung Ausdruck. Demgegenüber sei an dieser Stelle die Tatsache hervorgehoben, dass diese Handbücher an der Spitze aller ähnlichen Ausgaben stehen. Schon äusserlich bekunden sie diese Stellung dadurch, dass sie nicht durch Inseratenanhang Hotels und andere auf Fremdenverkehr angewiesene Unternehmungen zur Tragung der Kosten heranziehen, dass ihre Empfehlungen also nicht irgendwie mit dem Inseratenteil in Zusammenhang stehen. Was speziell das Baedekersche Reisebuch für Palästina betrifft, so zeichnet sich dasselbe noch dadurch aus, dass es nicht nur ein praktischer Reiseführer, sondern auch ein zusammenfassendes wissenschaftliches Handbuch des heutigen Standes der Palästinaforschung ist. Die soeben erschienene neue (sechste) Auflage ist gänzlich umgearbeitet und durch die Beschreibung der Hauptrouten durch Mesopotamien und Babylonien vermehrt worden. Auch in bezug auf die Ausstattung dürfte das Buch unerreicht dastehen. Mehrere neue Karten und Pläne sind hinzugekommen, andere, wie die Pläne von Jerusalem, Beirut, der Akropolis von Baalbek (wo die neuen deutschen Ausgrabungen stattfinden) usw., wurden gänzlich erneuert; alle aber sind, zum Teil auf Grund ganz neuer Studien an Ort und Stelle oder unveröffentlichter Vorlagen, aufs Laufende gebracht worden. So ist z. B. die noch im Bau befindliche Mekkabahn, soweit als möglich, bereits im Text und auf den Karten berücksichtigt, ebenso wie die eben fertiggestellte Strecke Haifa—Beisan und die im Bau befindliche Anschlusslinie zur Hedschas-Bahn. Das sehr handliche Büchlein — es wiegt keine 300 g bei 395 Druckseiten nebst zahlreichen Kaitenbeilagen — kann jedem Besucher Palästinas empfohlen werden. Der Preis (10 Mk. für die neueste Auflage) wird sich jedem vielfach bezahlt machen, der sich auch nur einen Teil des reichen Inhalts zunutze macht. Dass die jüdischen Kolonien noch sehr wenig berücksichtigt sind, stimmt leider zu der allgemeinen Vernachlässigung derselben von Seiten des Touristenverkehrs. Es steht aber zu hoffen, dass die nächste Ausgabe des „Baedeker" auch unseren Kolonien ihrer quantitativen und qualitativen Bedeutung entsprechend gerecht werden wird. * Bewässerungsanlagen in Aegypten. Nicht nur die Möglichkeit des Ackerbaues, sondern auch die verschiedenen Betriebsarten desselben hängen in Aegypten ganz und gar von der Bewässerung mit Nilwasser und ihren verschiedenen Arten ab. Diese Bewässerung ist fast stets eine künstliche, mit Hilfe von Kanälen oder Bewässerungsmaschinen bewirkte, da es nur wenige Strecken zum Ackerbau benutzten Landes gibt, die unmittelbar von dem hochgestiegenen Nil überschwemmt werden. Solche, das Wasser des Nils ableitende Hauptkanäle gibt es nun nach einem Bericht des landwirtschaftlichen Sachverständigen in Kairo drei Arten, die man als perennierende, als Hochwasser-Ueberschwemmungs- und als Hochwasser-Berieselungs-Kanäle bezeichnen kann. Die perennieienden Kanäle, die das ganze Jahr über Wasser führen, sind nur dort möglich, wo der Abstand der Bodenoberfläche von dem niedrigsten Wasserstande des 9

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